Nvidia will «mindestens 500 Milliarden Dollar» einsammeln
Nvidia verkündete am Montagabend einen Deal, unter anderem mit Apollo, Blackstone, Blackrock, Brookfield, Goldman Sachs und KKR. Sie sollen über ihre Kunden «mindestens 500 Milliarden Dollar» an langfristigen Finanzierungen einsammeln, um den Ausbau von KI-Infrastruktur zu finanzieren.
Nvidia-Chef Jensen Huang sieht das als wichtigen nächsten Schritt in der Aufbauphase der KI. «Rechenkapazität entwickelt sich zu einer eigenen Anlageklasse», sagte Huang bei CNBC. Und Chips seien «ein investierbares Asset».
Neben Huang sassen auch die Top-Manager der grossen Finanzkonzerne im TV-Studio. Blackrock-Chef Larry Fink bezeichnete den Ausbau der KI-Infrastruktur als «eine enorme wirtschaftliche Chance». Insgesamt würden in den USA 70 Gigawatt an zusätzlicher Energie benötigt. Der Bau eines Gigawatts an Rechenzentrumskapazität koste zwischen 50 und 60 Milliarden Dollar.
Euphorischer Larry Fink
«Das wird eine enorme finanzielle Chance sein und eine grosse Zahl neuer Arbeitsplätze schaffen», sagte Fink. «Wir müssen das Geld so schnell wie möglich einsammeln», betonte der Blackrock-Chef, auch um die führende Stellung der USA im KI-Rennen zu sichern. Insgesamt seien neue Gelder in Billionenhöhe nötig.
Goldman-CEO David Solomon betonte, wie viel Vertrauen er in Nvidia habe. «Wir glauben fest an die weitere Entwicklung und an die damit verbundenen Chancen», sagte er.
Nervosität am Aktienmarkt
In den vergangenen Monaten waren Investoren immer wieder besorgt, dass es Tech-Unternehmen und ihre Geldgeber mit den KI-Investitionen zu weit treiben könnten. Noch im Juli hatte es eine Korrektur bei Tech- und Chip-Aktien gegeben, auch weil die Konkurrenz aus China plötzlich überraschend stark wurde.
Huang betonte, dass es sich hier nicht um Mittel von Nvidia handele, sondern um Kapital von externen Investoren. Das Konsortium wolle «dedizierte Kapitalpools in erheblichem Umfang und zu attraktiven Konditionen für Nvidias Kunden schaffen», heisst es in der offiziellen Mitteilung. Somit soll Nvidia-Kunden der Zugang zu knapper Rechenkapazität in grossem Massstab erleichtert werden.
Geflecht von Finanzbeziehungen
Nvidia hat bereits Deals im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar mit Unternehmen aus der gesamten KI-Branche abgeschlossen. Das schürt bei einigen Investoren den Verdacht, dass der Chiphersteller die Nachfrage und Bewertungen in der Branche künstlich in die Höhe treibt.
Erst im Juli hatte Nvidia seine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Mischkonzern SK Group ausgeweitet. Dabei teilten die Unternehmen mit, dass sie künftig Geschäfte im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar miteinander machen würden. Zudem verhandelte Nvidia darüber, bis zu 250 Milliarden Dollar abzusichern, um OpenAI dabei zu unterstützen, Rechenkapazitäten für ein US-Rechenzentrumsprojekt anzumieten. Dies wäre eines der grössten Finanzierungsabkommen des Chipherstellers mit einem Kunden.














