Norwegischer Staatsfonds holt nach schwachem Jahresstart kräftig auf

Der norwegische Staatsfonds hat laut Mitteilung im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 1,753 Billionen norwegischen Kronen erzielt. Umgerechnet entspricht dies rund 150 Milliarden Franken. Die Rendite belief sich auf 9,4 Prozent.

Damit gelang dem Government Pension Fund Global (GPFG) eine eindrückliche Kehrtwende. Nach den ersten drei Monaten des Jahres hatte noch ein Verlust von umgerechnet rund 109 Milliarden Franken zu Buche gestanden. Damals hatten insbesondere die Aktienanlagen mit einer Rendite von minus 2,6 Prozent belastet.

Aktien treiben die Erholung

Bis Ende Juni drehte das Bild deutlich. Die Aktienanlagen erzielten im zweiten Quartal eine Rendite von fast 16 Prozent, das ergibt für das erste Halbjahr 13 Prozent Performance auf Aktien.

Dabei zeigten sich regional grosse Unterschiede. US-Aktien im Portfolio legten im Schnitt gut 10 Prozent zu, das kleinste Plus resultierte bei europäischen Papieren, während die Aktienanlagen in Asien und Ozeanien gleich um 33 Prozent avancierten. Die Tabelle zeigt auch das starke Gewicht der US-Aktien mit 57 Prozent aller Equity-Anlagen des Grossinvestors.

n1.jpgGrafik: Norges Bank Investment Management

Ende Juni verwaltete der von der Zentralbank geführte Fonds ein Vermögen von 22,683 Billionen Kronen oder knapp 1,9 Billionen Franken. Rund 72 Prozent waren in Aktien und 26 Prozent in festverzinslichen Anlagen investiert. Hinzu kommen nicht börsenkotierte Immobilien sowie Infrastrukturprojekte im Bereich erneuerbare Energien.

Der mit den norwegischen Öl- und Gaseinnahmen gespeiste Fonds gehört damit weiterhin mit grossem Abstand zu den bedeutendsten institutionellen Investoren der Welt.

Mehr als die Hälfte steckt in den USA

Besonders ausgeprägt ist inzwischen die Abhängigkeit vom amerikanischen Kapitalmarkt. Ende Juni entfielen 54,8 Prozent des gesamten Fondsvermögens auf Anlagen in den USA. Vor zwölf Monaten waren es noch 52,4 Prozent gewesen.

Zu den grössten Aktienpositionen gehören die US-Technologiekonzerne Nvidia, Apple und Alphabet. Allein die 1,28 Prozent-Beteiligung an Nvidia hatte zuletzt einen Wert von rund 62 Milliarden Dollar. Bei Apple waren es rund 52 Milliarden und bei Alphabet rund 50 Milliarden Dollar.

Weltweit grosse Aktienpositionen

Die grösste Position ausserhalb der USA ist der taiwanische Chiphersteller TSMC mit einem Wert von rund 34 Milliarden Dollar. In Europa steht der niederländische Chipausrüster ASML mit rund 17,7 Milliarden an der Spitze.

Noch grösser ist allerdings das Engagement des Fonds in amerikanischen Staatsanleihen: US-Treasuries im Wert von rund 219 Milliarden Dollar entsprechen knapp einem Zehntel des gesamten Fondsvermögens. Vor zwölf Monaten steckten «erst» 181 Milliarden Dollar oder 9,2 Prozent der Gesamtinvestitionen in Treasuries.

Bei UBS etwas reduziert

Auch bei Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ist der norwegische Staatsfonds engagiert. Zum 30. Juni hielt er nach einer aktualisierten Offenlegung 0,05 Prozent des Unternehmens. Die Position hatte einen Wert von rund 1,22 Milliarden Dollar. Gemessen am Gesamtportfolio ist das Engagement zwar klein. Es unterstreicht aber die starke Ausrichtung des Fonds auf amerikanische Technologie- und Wachstumsunternehmen.

Insgesamt ist der Staatsfonds über mehr als 10'000 Investments in Dutzenden Ländern engagiert. Im Durchschnitt hält er rund 1,5 Prozent aller weltweit börsenkotierten Unternehmen.

Selbstverständlich ist der Fonds auch in der Schweiz investiert. Zuletzt wurde der Anteil an der UBS leicht reduziert von 3,12 auf noch 2,9 Prozent. Bei Roche halten die Norweger weiterhin 2,23 Prozent, und bei Novartis wurde von 2,18 auf 2,26 Prozent leicht aufgestockt.

2025 bereits hohe Rendite

Schon im vergangenen Jahr hatte der Fonds von steigenden Technologie-, Finanz- und Rohstoffwerten profitiert. 2025 erzielte er einen Gewinn von 2,36 Billionen Kronen und eine Gesamtrendite von 15,1 Prozent.

Die Aktienanlagen legten damals um 19,3 Prozent zu. Gleichzeitig hatten die Norweger – entgegen dem Vorgehen verschiedener anderer skandinavischer Grossinvestoren – ihr Engagement in den Vereinigten Staaten weiter ausgebaut.

Die langfristige Entwicklung zeigt relativ grosse Schwankungen der Renditen in den verschiedenen Quartalen, über die Jahre ist der Trend dagegen relativ stabil.

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Grafik: Norges Bank Investment Management

Der Fonds wurde 1990 geschaffen. 1996 floss erstmals Geld aus den norwegischen Erdöleinnahmen in das Vehikel. Ziel ist es, die Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung langfristig für heutige und künftige Generationen anzulegen. Heute ist der Fonds nicht nur der grösste Staatsfonds der Welt, sondern auch eine zentrale Stütze der norwegischen Staatsfinanzen.

Allerdings zeigt das angehäufte Vermögen erst seit kurzem einen rasanten Aufstieg. Der langfristige Vergleich in norwegischen Kronen und die Anteile von Aktien, Obligationen und Real estate zeigt diese Grafik eindrücklich.

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Grafik: Norges Bank Investment Management