Stablecoins statt Kreditkarte: Am Flughafen Zürich startet ein Test
Stablecoins könnten im Zahlungsverkehr zunehmend zur Konkurrenz für etablierte Infrastrukturen werden. Nun testet mit Avolta ein an der SIX kotierter Schweizer Konzern, wie solche Zahlungen im täglichen Geschäft funktionieren.
Vom 9. bis 25. September können Reisende im Level 2 Duty Free Store am Flughafen Zürich ihre Einkäufe mit Stablecoins bezahlen. Dazu wird direkt aus dem digitalen Wallet des Kunden über einen QR-Code bezahlt, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.
Direkt vom Kunden zum Händler
Interessant ist dabei weniger die Tatsache, dass Kryptowährungen als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Entscheidend ist vielmehr die dahinterliegende Zahlungsarchitektur.
Die Transaktion wird direkt zwischen Kunde und Avolta abgewickelt. Traditionelle Kartennetzwerke oder zwischengeschaltete Payment Provider werden dafür nicht benötigt. Das Geld soll mittels Blockchain-Technologie innerhalb weniger Sekunden übertragen werden.
Damit testet Avolta im laufenden Retailbetrieb ein Modell, das bei einer breiteren Anwendung Auswirkungen auf die etablierte Wertschöpfungskette im Zahlungsverkehr haben könnte.
«Fundamental anderer Ansatz»
«Seit Jahrzehnten hat sich das Zahlungserlebnis für Konsumenten weiterentwickelt, das zugrunde liegende Prinzip ist jedoch weitgehend unverändert geblieben», sagt Yves Gerster, CFO von Avolta.
Mit dem Pilotprojekt teste das Unternehmen nun einen «fundamental anderen Ansatz»: den direkten Werttransfer zwischen Kunde und Händler. Wallet-to-Wallet-Zahlungen hätten das Potenzial, die Zahlungsinfrastruktur grundlegend zu verändern. Avolta wolle nun Erfahrungen damit in einem realen Retailumfeld sammeln.
Avolta betreibt weltweit rund 5'100 Verkaufsstellen an Flughäfen, Autobahnen, auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren sowie an Bahnhöfen und anderen stark frequentierten Standorten. Das Unternehmen ist in über 70 Ländern präsent.













