ZKB kann tieferes Zinsergebnis gut wegstecken

Die Zürcher Kantonalbank hat den Gewinn vor Steuern und das Nettoergebnis gesteigert. Der Rückgang beim Ergebnis aus dem Zinsgeschäft wurde durch die anderen Bereiche mehr als ausgeglichen.

Die Zürcher Kantonalbank hat einen Konzerngewinn vor Steuern von 761 Millionen Franken erzielt. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ist das ein Plus von 10,4 Prozent. Nach Steuern stieg der Gewinn um 11,1 Prozent auf 668 Millionen Franken, wie die Kantonalbank am Freitag mitteilte.

«Unsere operative Leistung ist insgesamt in allen Bereichen gestiegen und wir verzeichnen ein breit abgestütztes Wachstum in unseren Kernsegmenten, was sich im Geschäftsertrag widerspiegelt», sagt CEO Urs Baumann.

Im Zinsgeschäft war das Ergebnis rückläufig. Hier resultierten 822 Millionen Franken, ein Minus von 4,2 Prozent. Die Hypothekarforderungen haben sich gegenüber Ende 2024 um 2,5 Milliarden respektive 2,4 Prozent auf 109,1 Milliarden erhöht. Passivseitig sind die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen von 107,0 Milliarden auf 109,0 Milliarden angestiegen.

Wachstum im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft wurde ein um 4,2 Prozent höheres Nettoergebnis von 530 Millionen Franken erreicht. Das sei insbesondere auf den Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft zurückzuführen, um 8,9 Prozent auf 606 Millionen Franken anwuchs.

Die Kundenvermögen sind seit Jahresbeginn um rund 13,6 Milliarden auf 534,4 Milliarden gestiegen, wie es weiter heisst. Diese bestehen aus verwalteten Vermögen (465,1 Milliarden) sowie Vermögen mit Custody Services (69,3 Milliarden).

Der Netto-Neugeldzufluss betrug 7,4 Milliarden Fraken und sei breit abgestützt gewesen, heisst es von der ZKB. Er habe damit zudem deutlich über der mit dem Verkauf der Zürcher Kantonalbank Österreich einhergehenden Reduktion der verwalteten Vermögen um netto 3,2 Milliarden Franken gelegen.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft schliesslich schwoll um 32 Prozent auf 233 Millionen Franken an. Das sehr gute Handelsergebnis habe das dynamische Marktumfeld widergespiegelt, das aufgrund der Zollpolitik in den USA und den geopolitischen Spannungen von Unsicherheit geprägt war. «Die sich aufgrund der Marktvolatilitäten bietenden Opportunitäten wurden erfolgreich genutzt.»

Insgesamt stieg der Geschäftsertrag um 2,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken.

Mehr Personal und höhere Sachkosten

Das Unternehmenswachstum habe zu einem höheren Personalbestand und höheren Kosten geführt. Der Personalbestand stieg seit Ende Juni 2024 teilzeitbereinigt um 98 Stellen (vollzeitäquivalent) auf insgesamt 5’750.
Der Personalaufwand wuchs um 2,2 Prozent auf 625 Millionen Franken und der Sachaufwand um 4,4 Prozent auf 259 Millionen Franken.

Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (CIR) liegt unverändert zur Vorjahresperiode bei 54,7 Prozent und somit innerhalb der Zielgrösse, wie es weiter heisst.

Die Abschreibungen und Rückstellungen waren geringer. Der ausserordentliche Erfolg in Höhe von 62 Millionen sei hauptsächlich auf den erfolgreichen Verkauf der Zürcher Kantonalbank Österreich an die Liechtensteinische Landesbank zurückzuführen. Die Transaktion wurde am 9. Januar 2025 vollzogen.

Die Total Loss-Absorbing Capacity (risikobasierte TLAC-Quote) beträgt per 30. Juni 31,5 Prozent, verglichen mit 25,7 Prozent per Ende 2024. Damit verfüge man über eine äusserst starke Kapitalisierung und liege signifikant über den Eigenmittelanforderungen von 20,7 Prozent als systemrelevante Bank. Die risikobasierte Eigenkapitalquote auf Basis «going-concern» beträgt per Jahresmitte 22,5 Prozent (Ende 2024: 18,0 Prozent).

«Ansprechendes» Jahresergebnis erwartet

Das Management rechnet auch für den Rest des Jahres mit Unsicherheit und Volatilität. «Dank unserem diversifizierten Geschäftsmodell können wir auch in einem anspruchsvollen Umfeld ansprechende Ergebnisse erzielen», sagt der CEO. Er sei zuversichtlich, dass die ZKB wiederum ein «sehr ansprechendes Jahresergebnis» realisieren kann.