Swissquote leidet unter dem widrigen Umfeld für Krypto-Assets
Die Onlinebank Swissquote hat im ersten Halbjahr mit 153,6 Millionen Franken einen Reingewinn erzielt, der 2,9 Prozent unter dem des ersten Semesters 2025 liegt. Swissquote selber spricht in der Mitteilung vom Donnerstag von «weiterem Kundenwachstum und robuster Rentabilität in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld»
Gut lief es im Kommissionsgeschäft, wo der Nettoerfolg um 13 Prozent auf 123,7 Millionen Franken zulegte. Auch das Handelsgeschäft schnitt erfolgreich ab, mit einem Plus von 15,8 Prozent auf 64,4 Millionen Franken. Und der Zinserfolg lag mit 115,9 Millionen Franken 7,2 Prozent ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau.
Abschreiber auf Kryptobestand
Hingegen machten sich im Kryptobereich gemäss Swissquote «die anhaltende Risikoaversion, rückläufige Preise und eine schwächere Kundenbeteiligung» negativ bemerkbar. Der Nettoerfolg schrumpfte um 66,2 Prozent auf noch 14,6 Millionen Franken. Darin enthalten ist eine Abschreibung auf den eigenen Kryptobestand in der Höhe von 5,3 Millionen Franken.
Die leichte Zunahme des Nettoertrags von 1,7 Prozent auf 364,2 Millionen Franken wurde von den um 4,6 Prozent auf 181,3 Millionen Franken gestiegenen Kosten mehr als kompensiert. Swissquote führt einen Teil des Kostenanstiegs auf die Vollkonsolidierung von Yuh zurück. Der Personalbestand nahm innert Jahresfrist um 13,7 Prozent auf 1'511 Vollzeitstellen zu.
Bald eine Bank der Kategorie 3
Die Kundenvermögen erreichten ein Rekordniveau von 96,3 Milliarden. Das entspricht einem Plus von 19,8 Prozent. Der Nettoneugeldzufluss betrug 5,1 Milliarden Franken, und Swissquote konnte 64'000 neue Kundenkonten eröffnen, was einem Anstieg der Kontenzahl von 5,5 Prozent entspricht.
Swissquote rechnet aufgrund des Bilanzwachstums damit, dass sie von der Finma im zweiten Halbjahr von einer Bank der Kategorie 4 in die Kategorie 3 befördert wird. Der Schwellenwert dafür ist eine Bilanzsumme von 17 Milliarden Franken, bei Swissquote beträgt sie zurzeit 16,9 Milliarden.
Vorsichtiger Ausblick für 2026
Die Bank senkt aufgrund des schwächer als erwarteten Kryptogeschäfts den Ausblick für das Gesamtjahr. Sie geht nun für 2026 von einem Nettoertrag von 730 Millionen Franken (statt 760 Millionen) und von einem Vorsteuergewinn von 365 Millionen (statt 385 Millionen) aus.
Für 2028 bleibt Swissquote zuversichtlicher und strebt einen Vorsteuergewinn von 500 Millionen Franken an.















