BancaStato wächst weiter, doch das tiefe Zinsniveau hinterlässt Spuren

Die BancaStato hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 47,6 Millionen Franken erzielt. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies einem leichten Plus von 0,8 Prozent, wie einer Mitteilung vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Hinter dem weitgehend stabilen Gewinn verbirgt sich allerdings eine deutlich schwächere operative Entwicklung. Der Geschäftserfolg sank gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 21,9 Prozent auf 49,1 Millionen Franken. Die Nettoerträge gingen um 6,1 Prozent auf 152,7 Millionen Franken zurück. 

Die Tessiner Kantonalbank spricht von einer Normalisierung nach den aussergewöhnlich starken Jahren 2023 und 2024. Historisch betrachtet bewege sich das Ertragsniveau weiterhin auf einem hohen Niveau. 

Zinserfolg unter Druck

Hauptverantwortlich für den Rückgang ist das Zinsgeschäft, das weiterhin die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns darstellt.

Der Nettoerfolg aus dem Zinsgeschäft sank um 8,1 Prozent von 116,8 auf 107,4 Millionen Franken. BancaStato führt dies vor allem auf das tiefe Leitzinsniveau der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zurück.

Besonders ins Gewicht fällt dies bei SARON-Hypotheken, die laut Bank einen bedeutenden Anteil des Hypothekarportfolios ausmachen. Das Volumenwachstum und die Refinanzierungsstrategie hätten den negativen Effekt teilweise kompensiert. 

Kommissionsgeschäft legt zu

Besser entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der Erfolg erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 34,3 Millionen Franken.

Dagegen ging der Handelserfolg deutlich zurück. Er sank um 23,5 Prozent auf 9,2 Millionen Franken. 

Gleichzeitig investiert BancaStato weiter in den Ausbau der Organisation. Der Geschäftsaufwand stieg um 3,6 Prozent auf 96,8 Millionen Franken. Davon entfielen 61,8 Millionen Franken auf den Personalaufwand, der gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent zunahm.

Die Bank begründet die höheren Kosten insbesondere mit Investitionen in ihre Wachstumsstrategie sowie mit Anpassungen der Organisation und des Risikomanagements angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen. 

Gewinn profitiert von ausbleibender Reservenzuweisung

Dass der Konzerngewinn trotz des deutlich tieferen Geschäftserfolgs praktisch stabil bleibt, hat einen wesentlichen Grund.

Im ersten Halbjahr 2025 hatte BancaStato noch 13 Millionen Franken den Reserven für allgemeine Bankrisiken zugewiesen. Im laufenden Jahr verzichtete die Bank auf eine weitere Zuweisung. Insgesamt hat sie nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren 365,7 Millionen Franken in diese Reserven eingebracht. 

Dadurch resultierte unter dem Strich ein Halbjahresgewinn von 47,6 Millionen Franken nach 47,3 Millionen Franken im Vorjahr. 

Mehr als eine halbe Milliarde Franken Neugeld

Deutlich positiver präsentiert sich die Entwicklung bei den Geschäftsvolumen.

Die verwalteten Vermögen stiegen seit Jahresbeginn um knapp 987 Millionen Franken beziehungsweise 4,1 Prozent auf 25,07 Milliarden Franken. Davon stammen 554,4 Millionen Franken aus Netto-Neugeld. 

Auch das traditionelle Kreditgeschäft wächst weiter. Die Hypothekarforderungen nahmen um 248,6 Millionen Franken oder 1,9 Prozent auf 13,08 Milliarden Franken zu. Insgesamt erhöhten sich die Kundenausleihungen um 2,1 Prozent auf knapp 16 Milliarden Franken.

Die Kundeneinlagen legten sogar um 4,0 Prozent auf 12,76 Milliarden Franken zu. Die Bilanzsumme des Konzerns erreichte 20,65 Milliarden Franken, 4,3 Prozent mehr als Ende 2025. 

Verhalten zuversichtlicher Ausblick

Für das Gesamtjahr zeigt sich BancaStato verhalten zuversichtlich. CEO Fabrizio Cieslakiewicz bezeichnet die Halbjahreszahlen angesichts der sehr tiefen Margen als positiv.

Sofern keine unvorhergesehenen Entwicklungen eintreten, erwartet er für die zweite Jahreshälfte einen ähnlichen Geschäftsverlauf wie in den ersten sechs Monaten. Eine Änderung der Geldpolitik erwartet die Bank vorerst nicht.