Finanzplatz Schweiz probt den Cyber-Ernstfall
Ziel der Krisenkoordinationszelle (CCC) ist es, die Koordination zur Schadensbegrenzung und zur Wiederherstellung der kritischen Prozesse und Dienstleistungen zu übernehmen, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.
Das CCC wurde im Rahmen des Swiss Financial Sector Cyber Security Centre (Swiss FS-CSC) aufgebaut. Gestern sei im Forum der Schweizerischen Nationalbank in Zürich ihre Bereitschaft, ihr Dispositiv und Prozesse in einer Cyberübung erfolgreich getestet worden.
Zusammenarbeit von Finanzsektor und Behörden
Der Verein Swiss FS-CSC wurde 2022 als Public-Private Partnership vom Finanzsektor in Zusammenarbeit mit den Behörden gegründet, um die Cyberresilienz des Finanzplatzes als Ganzes zu stärken. Der Finanzsektor und seine Dienstleistungen bilden eine kritische Infrastruktur für die Schweiz, ihre Bevölkerung und deren Lebensgrundlage. Ein Ausfall von relevanten Systemen, Prozessen oder Instituten könne der gesamten Wirtschaft schaden, mit negativen Auswirkungen bis in die breite Bevölkerung, heisst es in der Mitteilung weiter.
Cybersicherheit habe deshalb bei den Banken, Versicherungen und anderen Finanzinstituten höchste Priorität. «Bei einer systemischen Cyberkrise führt ein Cyberangriff zu weitreichenden Störungen auf dem Finanzplatz. Es sind also nicht nur einzelne Akteure betroffen, sondern das Zusammenspiel und die Stabilität des ganzen Systems wird gefährdet», sagt FS-CSC-Geschäftsführerin Alexandra Arni. «Im Ernstfall gilt es Betriebsunterbrüche zu verhindern und den Schaden zu begrenzen. Neben dem Schutz vor finanziellen Verlusten unserer Mitglieder und ihrer Kundschaft geht es auch darum, die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit gegenüber Kundinnen und Kunden sicherzustellen.»
Vertretende der wichtigsten Stakeholder
Die Krisenkoordinationszelle (CCC) ist ein Gremium, das sich aus Vertretenden der wichtigsten Stakeholder zusammensetzt: Die CCC-Mitglieder bekleiden COO- und Business-Resilience- oder andere hohe Management Funktionen in systemrelevanten Banken der Schweiz, bei grossen Versicherern, beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS, bei der Schweizerischen Nationalbank, beim Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen SIF, bei der SIX und bei Verbänden der Schweizer und Liechtensteiner Finanzinstitute.
In einer systemischen Cyberkrise übernimmt dieses Gremium die Koordination zur Schadensbegrenzung und zur Wiederherstellung der kritischen Prozesse und Dienstleistungen.
«Die Cyberübungen unterstützen den Finanzplatz dabei, im Fall einer Cyberkrise bereit zu sein, rasch und koordiniert zu reagieren, um den Schaden für die Volkswirtschaft zu minimieren», sagt Arni.













