Point Zero Forum: In Zürich wird Finanzordnung von morgen verhandelt
Vom 23. bis 25. Juni wird das Kongresshaus Zürich erneut zum Treffpunkt der internationalen Finanz- und Tech-Elite. Die fünfte Ausgabe des Point Zero Forums steht unter dem Motto «A Financial System Rewired: Trust, Compliance and Protocols in a Shifting World» – und greift damit eines der zentralen Themen der kommenden Jahre auf: den tiefgreifenden Umbau des globalen Finanzsystems.
Im Zentrum stehen Technologien, die zunehmend den Sprung aus der Experimentierphase in reale Anwendungen schaffen. Stablecoins entwickeln sich zu globalen Abwicklungskanälen, Vermögenswerte werden über Tokenisierung auf programmierbare Infrastrukturen verlagert, künstliche Intelligenz übernimmt immer stärker autonome Prozesse im Finanzbereich, und Quantentechnologien könnten langfristig Sicherheits- und Systemarchitekturen fundamental verändern.
Schweiz als Brückenbauerin
Gerade die Schweiz will sich in diesem Umfeld als neutraler Knotenpunkt zwischen Finanzsystemen, Kapital und Innovation positionieren. Während Europa mit Regulierungen wie MiCA Standards setzt, treiben asiatische Finanzplätze die technologische Umsetzung voran, und die USA dominieren weiterhin die globale Dollar-Liquidität.
Das Point Zero Forum versteht sich dabei zunehmend als europäische Plattform für die Debatte über die nächste Generation der Finanzinfrastruktur. Organisiert wird die Veranstaltung vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) gemeinsam mit dem in Singapur ansässigen Global Finance and Technology Network (GFTN).
Parallel dazu findet in Zürich erneut die Swiss FinTech Week statt – ein weiterer Beleg dafür, wie stark sich die Schweiz als internationaler Hub für Finanzinnovation positionieren will.
Hochkarätige Gäste erwartet
Zu den prominenten Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehören unter anderem Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die EU-Kommissarin Maria Luís Albuquerque sowie Alvin Tan, Staatsminister von Singapur und Vorstandsmitglied der Monetary Authority of Singapore (MAS).
Daneben werden zahlreiche Vertreter von Zentralbanken, globalen Finanzinstituten, Technologieunternehmen und Organisationen aus dem Bereich digitale Vermögenswerte und Zahlungsverkehr erwartet.
Bereits 2025 zog das Forum mehr als 1’300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 60 Ländern an. Für die diesjährige Ausgabe rechnen die Organisatoren erneut mit international grossem Interesse.
Kampf um die Standards der Zukunft
Inhaltlich dürfte sich vieles um eine zentrale Frage drehen: Wer definiert künftig die Standards der globalen Finanzinfrastruktur?
Denn mit der zunehmenden Digitalisierung des Geldsystems verschärft sich auch der geopolitische Wettbewerb. Während programmierbare Finanzsysteme neue Effizienzgewinne ermöglichen, stellen sich gleichzeitig Fragen nach Souveränität, Kontrolle und Vertrauen.
Besonders brisant wird dies vor dem Hintergrund der zunehmenden «digitalen Dollarisierung» und der wachsenden Rolle maschinengesteuerter Systeme. Regulatoren und politische Entscheidungsträger stehen damit vor der Herausforderung, Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig die Stabilität und Integrität des Finanzsystems zu sichern.
Das Point Zero Forum dürfte damit einmal mehr zu einem Seismografen für die grossen strategischen Debatten der globalen Finanzwelt werden.















