Selbst Meta hat Nachsehen: SpaceX bricht mit IPO-Rekorde
Das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX hat bei seinem Börsengang rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar pro Stück verkauft, wie das Unternehmen mitteilt. Die Einnahmen des von Elon Musk gegründeten und kontrollierten Unternehmens beliefen sich damit auf 75 Milliarden Dollar und setzen beim Volumen eine neue IPO-Rekordmarke.
Den Titel als grösstes IPO hielt bislan die saudi-arabische Ölfirma Aramco, die im Jahr 2019 rund 29 Milliarden Dollar beim IPO eingenommen hatte.
Die Bewertung von SpaceX beläuft sich damit wie geplant auf 1,77 Billionen Dollar und zählt zu den zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Es ist sogar mehr wert als Musks eigenes Unternehmen Tesla.
Unter Berücksichtigung von Mitarbeiteroptionen und gesperrten Aktieneinheiten ergibt sich eine vollständig verwässerte Bewertung von etwa 1,8 Billionen US-Dollar.
Die Aktien der «Space Exploration Technologies Corp.», wie das Unternehmen offiziell heisst, werden am heutigen Freitag unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq und Nasdaq Texas debütieren.
Den Konsortialbanken wurde zudem eine Mehrzuteilungsoption eingeräumt, mit der sie weitere 83,3 Millionen Aktien zum Ausgabepreis erwerben können. Als Bookrunner waren an dem Mega-IPO Goldman Sachs, Morgan Stanley, BofA, Citigroup, J.P. Morgan, Barclays, Deutsche Bank, RBC, UBS und Wells Fargo beteiligt.
84 Prozent liegen bei Musk
Nach dem Börsengang kontrolliert Musk – ohne Berücksichtigung der Mehrzuteilungsoption – 84 Prozent der Stimmrechte. Er darf seine Aktien erst ein Jahr nach Handelsbeginn verkaufen. Die Unternehmensstruktur sichert ihm faktisch die Kontrolle über die Besetzung des Verwaltungsrats. Das bedeutet, dass nur er selbst sich als CEO absetzen könnte.
Die hohe Bewertung von SpaceX lässt sich mit den nackten Bilanzzahlen nicht rechtfertigen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen Verluste von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar ausgewiesen. Wichtigste Umsatzquelle von SpaceX ist der Starlink. Hier wurden im ersten Quartal 3,26 Milliarden Dollar Umsatz erzielt. Der Satelliten-Internetdienst hat rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern.
Im Raumfahrt-Geschäft ist viel Fantasie gefragt und die Hoffnung auf Fernziel-Projekte wie Datencenter im All oder Stationen auf dem Mond oder Mars.
Musks Vermögen durch den Börsengang um rund 275 Milliarden US-Dollar auf etwa 970 Milliarden US-Dollar steigen, wie «Bloomberg» berechnet hat. Sein Anteil an SpaceX einschliesslich Optionen wäre bei einem Aktienkurs von 135 Dollar rund 688 Milliarden Dollar wert. Ein erfolgreicher Handelsstart könnte ihn bereits am ersten Börsentag zum ersten Billionär der Welt machen.















