Das nächste Mega-Listing steht an

Das Emissionsvolumen werde voraussichtlich bei 28 Milliarden Dollar liegen, hiess es in einer am Montag veröffentlichten Pflichtmitteilung von SK Hynix. Dies wäre die grösste Emission von American Depositary Receipts (ADRs) der Geschichte und nach SpaceX der zweitgrösste Börsengang überhaupt. Die Zweitnotiz wäre damit grösser als der Börsengang von Aramco  2019 mit 25,6 Milliarden US-Dollar. 

An der US-Technologiebörse Nasdaq sollen den Angaben zufolge 179,9 Millionen Hynix-ADRs notiert werden. Dabei stehen jeweils zehn dieser ADRs für eine Aktie des Unternehmens. 

Die genaue Preisspanne soll sich am Kurs der Stammaktie in Seoul orientieren und wird noch bekanntgegeben, der endgültige Ausgabepreis soll am Donnerstag, den 9. Juli 2026, festgelegt werden, bevor die Aktien dann am Freitag im US-Handel debütieren. Änderungen bleiben laut Unternehmen ausdrücklich möglich.

Grosser Ausbau

Mit den 28 Milliarden Dollar will das Unternehmen noch schneller weiter wachsen. Das viele frische Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fliessen.

Bei diesem Börsengang gehe es aber nicht allein darum, Kapital aufzunehmen, betonte Dave Mazza, der Chef des Vermögensverwalters Roundhill gegenüber Reuters. «SK Hynix ist eines der weltweit bedeutendsten Unternehmen, an dem die meisten US-Investoren nicht ohne Weiteres Anteile halten konnten.» Mit der Zweitnotiz an der Wall Street falle diese Hürde weg.

SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für KI eingesetzt. Der Bauboom in diesem Bereich führt zu Lieferengpässen bei HBM- und traditionellen Halbleitern. Durch die Preisexplosion verbuchen Hynix sowie die Wettbewerber ein Rekordquartal nach dem anderen.

Aus der tiefen Krise gekommen

Vor wenigen Wochen hatte Hynix Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas abgelöst. Dabei drohte dem Unternehmen vor einem knappen Vierteljahrhundert der Verkauf an den US-Rivalen Micron. Hohe Schulden durch eine aggressive Expansionsstrategie hatten Hynix in Schieflage gebracht. Inzwischen stehen Hynix und Samsung im Mittelpunkt einer Regierungsinitiative, die mit Investitionen von umgerechnet mehreren Hundert Milliarden Euro Südkoreas weltweite Spitzenstellung bei Chip-Exporten sichern soll.

Der aktuelle Boom bringt auch ungewollte Nebeneffekte. So vereinen derzeit die beiden Giganten Samsung und SK hynix schon mehr als 40 Prozent der Marktkapitalisierung des südkoreanischen Leitindex KOSPI.