ETF-Sparpläne boomen in der Schweiz – aber nicht wegen KI
Das regelmässige Investieren über börsengehandelte Indexfonds etabliert sich zunehmend auch in der Schweiz. Von Januar bis Juli 2026 lag das über die BX Swiss ausgeführte ETF-Sparplanvolumen 44,6 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Auswertung der Schweizer Börse hervorgeht.
Dabei investieren Anleger nicht nur mehr, sondern auch breiter. Die durchschnittliche Zahl der pro Ausführungstermin eingesetzten Instrumente erhöhte sich um 27,9 Prozent.
Welt schlägt KI und ESG
Bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Sparpläne. Trotz des Booms rund um künstliche Intelligenz und Technologiewerte dominieren breit diversifizierte Anlagen.
Die drei volumenstärksten Sparplanprodukte bilden allesamt den FTSE All-World Index ab. Unter den 50 umsatzstärksten untersuchten Produkten entfielen 45,2 Prozent des Sparplanvolumens auf vier FTSE-All-World-ETFs. Neun explizit auf die USA oder Technologie ausgerichtete Strategien kamen zusammen lediglich auf 13,4 Prozent.
Auch ESG ist kein dominierender Faktor. Eindeutig als nachhaltig oder ESG-orientiert klassifizierte Produkte erreichten einen Anteil von 12,7 Prozent am untersuchten Volumen. Zwei davon schafften es allerdings unter die zehn volumenstärksten Produkte.

David Kunz, Kapitalmarktexperte bei BX Swiss. (Bild: zVg)
«Bemerkenswert ist, dass nicht kurzfristige Trends die Rangliste anführen», sagt David Kunz, Kapitalmarktexperte bei BX Swiss. Anleger setzten vor allem auf breit diversifizierte Welt-ETFs. Dies spreche dafür, dass Sparpläne zunehmend als langfristiger Baustein für den Vermögensaufbau eingesetzt würden.
Schweiz hat noch Aufholpotenzial
Damit folgt die Schweiz einem Trend, der in Europa bereits weiter fortgeschritten ist. Deutschland bleibt aufgrund seines grossen und etablierten Angebots der wichtigste europäische Absatzmarkt für ETF-Sparpläne. Doch auch Schweizer Banken und digitale Finanzanbieter haben ihr Angebot in den vergangenen Jahren ausgebaut.
Gemäss der in der Mitteilung zitierten «European Saving Plan Study» wurden 2025 in Kontinentaleuropa monatlich rund 15,1 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt. Das jährliche Sparvolumen nahm gegenüber 2024 um 29 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro zu.
In der Schweiz besteht dennoch erhebliches Wachstumspotenzial. Laut der von BX Swiss angeführten ETF-Anlegerstudie der Hochschule Luzern nutzen bislang lediglich 9 Prozent der Anleger einen ETF-Sparplan. Gleichzeitig gaben 48 Prozent der ETF-Anleger an, Interesse an einem solchen Sparmodell zu haben.
Nicht mehr nur am Monatsanfang
Auch beim Anlageverhalten zeichnet sich eine Veränderung ab. ETF-Sparpläne wurden traditionell stark zu Monatsbeginn ausgeführt. Inzwischen gewinnen laut BX Swiss auch die Monatsmitte und das Monatsende an Bedeutung. Die Sparaktivitäten verteilen sich damit zunehmend über den gesamten Monat.
Die Rangliste der beliebtesten Produkte führt der Invesco FTSE All-World UCITS ETF Acc vor zwei weiteren Produkten auf denselben Weltindex an. Erst auf Platz fünf folgt mit dem Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF ein expliziter KI-Fonds.
Die Daten können nicht mit dem gesamten Schweizer ETF-Markt gleichgesetzt werden; BX Swiss hat ausschliesslich die über die eigene Börse abgewickelten Sparplantransaktionen von Januar bis Juli 2026 ausgewertet.















