Infracore lanciert den Börsengang

Die auf Spitalliegenschaften spezialisierte Immobiliengesellschaft Infracore hatte Mitte Juni angekündigt, «in den kommenden Wochen» an der SIX Swiss Exchange den Börsengang (Initial Public Offering, IPO) wagen zu wollen (finews berichtete). Am Monatsultimo hat Infracore nun den Fahrplan bekanntgeben und den Prospekt publiziert.

Angeboten werden bis zu 5'764'517 Aktien, davon werden 3'703'703 neu ausgegeben. Die 1'939'814 bereits bestehenden Aktien stammen vom grössten Aktionär des Unternehmens, MPT Switzerland Holdings (MPT), einer Tochter von Medical Properties Trust.

Angebotspreis von 54 Franken

Der Angebotspreis wurde auf 54 Franken pro Aktie festgelegt. Dies entspreche einer erwarteten Marktkapitalisierung von 826 Millionen Franken nach dem IPO, unter der Annahme einer vollständigen Platzierung der angebotenen neuen Aktien. Die Angebotsfrist läuft bis zum 7. Juli.

Infracore beabsichtigt, durch die Ausgabe neuer Aktien einen Bruttoerlös von rund 200 Milllionen Franken zu erzielen. «Der Nettoerlös soll primär zur Finanzierung der Sale-and-Leaseback-Pipeline sowie der Entwicklungsprojekte und zum Aufbau einer Kapitalstruktur, welche die Wachstumsstrategie unterstützt, sowie zur Rückzahlung von Aktionärsdarlehen in der Höhe von rund 55,2 Millionen Franken verwendet werden», heisst es in der Mitteilung.

«Retterin» des See-Spitals

Die im Jahr 1997 gegründete Infracore hält und bewirtschaftet heute ein Portfolio auf 47 Liegenschaften an 19 Schweizer Standorten im Wert von rund 1,4 Milliarden Franken. Geografisch liegen die Schwerpunkte in den Kantonen Waadt, Zürich, Genf und Tessin. Im Frühling hat Infracore eine Sale-and-Lease-back-Transaktion mit dem See-Spital in Horgen abgeschlossen. Dieses konnte damit die Rückzahlung seiner Anfang Juli fällig werdenden Anleihe sichern.

Im Communiqué werden auch zwei Investoren aufgeführt, die Zusagen (Cornerstone Commitments) zum Erwerb von Aktien zum Angebotspreis in einem Gesamtbetrag von 75 bis 80 Millionen Franken abgegeben haben.

Gruppe mit Verflechtungen

Die beiden derzeitigen Hauptaktionäre Aevis Victoria und MPT und werden auch nach dem IPO bedeutende Aktionäre von Infracore bleiben. Aevis ist zudem Hauptaktionärin des Swiss Medical Network (SMN), des zweitgrössten privaten Spitalnetzwerks der Schweiz. SMN wiederum ist der Hauptmieter von Infracore – und wahrscheinlich auch beim Angebot an das GZO Spital Wetzikon (das immer noch in Prüfung ist) im Spiel. 

Erster Handelstag der Infracore-Aktien an der SIX Swiss Exchange sei «voraussichtlich am oder um den 9. Juli 2026». Die Aktien dürften am zweiten Handelstag in den Swiss Performance Index (SPI), den SPI Extra sowie den Immobilienindex SXI Real Estate Shares Broad aufgenommen werden.

Sichtbarkeit erhöhen

Infracore-CEO Eric Frey kommentiert: «Mit dem heute angekündigten Launch des IPOs öffnen wir für Infracore ein neues Kapitel. Als spezialisierter Eigentümer und Entwickler von Spitalimmobilien in der Schweiz verfügen wir über eine starke Marktposition in einem Umfeld mit stabiler, langfristiger Nachfrage. Die Kotierung wird unsere Sichtbarkeit erhöhen, unsere finanzielle Flexibilität stärken und es uns ermöglichen, unser Portfolio gezielt weiterzuentwickeln.»

Und Aevis-Verwaltungsratspräsident Antoine Hubert ergänzt: «Die geplante Kotierung von Infracore wird die Visibilität dieser Beteiligung deutlich erhöhen und zu einer besseren Einschätzung des inneren Wertes von Aevis beitragen. Wir betrachten Infracore als langfristiges strategisches Investment und werden das Unternehmen in seiner nächsten Entwicklungsphase weiterhin unterstützen.»

Citi und ZKB führen die Feder

Die Transaktion wird von Citi und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners begleitet. Baader Bank ist als Joint Bookrunner, Swiss Finance & Property als Co-Manager und Octavian als Selling Agent tätig.

Am Dienstag hat Infracore auch einen Entscheid der Übernahmekommission zur Opting-out-Klausel publiziert, die sie vor der Kotierung in ihre Statuten aufnehmen will. Diese sei «übernahmerechtlich gültig und wirksam», stellt die Kommission fest.