Genfer Privatbank richtet sich neu aus und holt neuen CEO

Bei der S.P. Hinduja Banque Privée kommt es zu einem umfassenden Umbau. Das Genfer Privathaus tritt neu als ARYA Banque Privée auf und verbindet den Namenswechsel mit einer neuen Führungsstruktur und einer strategischen Neuausrichtung. Dies teilte das Institut am Mittwochabend mit. 

Der Name ARYA stammt nach Angaben der Bank aus dem Sanskrit und steht für Ehre, Integrität und integres Handeln. Unter der neuen Marke will die Bank ihre traditionellen Wurzeln im Schweizer Private Banking mit einer stärker unternehmerisch und produktorientiert ausgerichteten Strategie verbinden.

Neuer Minderheitsaktionär

Auch auf Aktionärsebene gibt es Bewegung. Der Unternehmer und Philanthrop Nirmal Sethia ist als Minderheitsaktionär bei der Bank eingestiegen. Angaben zur Höhe seiner Beteiligung oder zu den finanziellen Konditionen wurden keine gemacht.

Sethia ist Unternehmer und entstammt einer Familie mit einer über Generationen aufgebauten Geschäftstätigkeit. Sein Einstieg soll laut der Mitteilung der Bank den langfristig und unternehmerisch ausgerichteten Ansatz von ARYA stärken.

Neuer CEO übernimmt

Gleichzeitig wird die Geschäftsleitung neu aufgestellt. Pascal Botteron übernimmt die Funktion des Chief Executive Officer. Er kommt von der Genfer Cité Gestion, wo er Partner und Head of Investments war.

Botteron verfügt über breite Erfahrung im Private Banking und Investmentgeschäft. Zu seinen früheren Stationen gehören Deutsche Bank, J. Safra Sarasin und Pictet. Zudem gründete er Green Blue Invest, das 2023 von Cité Gestion übernommen wurde.

Zur neuen Führungsmannschaft gehören ausserdem Boris Chave als Chief Operating Officer und Sébastien Micotti als Head of Legal. Gemeinsam sollen sie den neuen Businessplan umsetzen und die nächste Wachstumsphase der Bank einleiten.

ARYA Banque Privee 1
Das neue Führungstrio (von links): Boris Chave, Pascal Botteron und Sébastien Micotti. (Bild: zVg)

Chave war zuletzt COO der Bank Syz und zuvor unter anderem bei J.P. Morgan Suisse, HSBC Private Bank und UBP tätig. Micotti kommt wie Botteron von Cité Gestion, wo er General Counsel und Mitglied der Geschäftsleitung war. Zuvor arbeitete er unter anderem für Dukascopy Bank und FBT Avocats.

Mehr Fokus auf Produkte und Private Markets

Strategisch soll das Produktangebot stärker ins Zentrum rücken. ARYA will neben diskretionären und beratungsbasierten Mandaten massgeschneiderte strukturierte Lösungen sowie ausgewählte Private-Markets-Anlagen anbieten. Dazu soll auch der Zugang zu privaten Technologieunternehmen über spezielle Strukturen gehören.

Parallel dazu will die Bank ihre technologische Plattform modernisieren sowie Risiko- und Compliance-Infrastruktur weiterentwickeln. Persönliche Beratung soll dennoch das Zentrum des Geschäftsmodells bleiben.

«Unsere Ambition ist es, einen unternehmerischen, produktorientierten Ansatz ins Schweizer Private Banking zu bringen», sagt der neue CEO Botteron. Kunden sollen Zugang zu Investmentprodukten, besonderen Anlagemöglichkeiten und Co-Investments erhalten.

Indische Diaspora als Wachstumsmarkt

Ein besonderes Augenmerk legt ARYA auf international tätige Kunden und Unternehmerfamilien. Die Bank sieht dabei insbesondere in den Beziehungen des Verwaltungsrats zur globalen indischen Diaspora einen Wettbewerbsvorteil und bezeichnet diese als einen der weltweit am schnellsten wachsenden Vermögenspools.

Für die bestehenden Kunden soll sich durch den Umbau operativ zunächst nichts ändern. Kundenberater, Servicestandards, Standorte und Mitarbeitende bleiben laut Mitteilung unverändert. Die neue Markenidentität soll schrittweise eingeführt werden.

«Dieses neue Kapitel führt unser Erbe fort und schafft zugleich ein starkes Fundament für künftige Generationen», sagt Verwaltungsratspräsidentin Shanu S.P. Hinduja.