SIX profitiert vom günstigen Börsenumfeld und der Kostendisziplin

Die SIX, die Betreiberin der Schweizer und teilweise der spanischen Finanzmarktinfrastruktur, meldet für das erste Halbjahr eine Nettobetriebsertrag von 807 Millionen Franken, ein Plus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemäss der Mitteilung vom Donnerstag stieg der EBITDA um 38,2 Prozent auf 368 Millionen Franken, allerdings ohne Transformationskosten von 20 Millionen Franken (in der Vorjahresperiode hatte dieser Posten noch 31 Millionen ausgemacht). Der Konzerngewinn erreicht 192 Millionen Franken, in der Vorjahresperiode waren es 109,6 Millionen (adjustiert) gewesen.

Das starke Halbjahresergebnis beruhe «auf breit abgestützten Beiträgen aller Geschäftseinheiten, günstigen Marktbedingungen und einer regen Handelsaktivität», heisst es im Communiqué. Die SIX hat vier Einheiten: Börsen (Exchanges), weitere Dienstleistungen rund um Wertschriften (Securities Services), Finanzinformationen (Financial Information) und Zahlungsverkehr (Banking Services).

Börsenhandel als wichtigster Gewinntreiber

Die Einheit Exchanges leistete den grössten Beitrag zum Konzern-EBITDA, was die SIX auf das rege Aktienhandelsgeschäft sowie die Aktivitäten im Bereich Exchange Traded Funds bzw. Exchange Traded Products zurückführt. An der SIX Swiss Exchange und an der spanischen BME Exchange resultierte ein Handelsumsatz von 969 Milliarden Franken (+15,3 Prozent). Auch der 2025 erworbene Technologiepartner Aquis verzeichnete mit 23 Prozent ein kräftiges Plus (Umsatz 469 Milliarden Euro).

Besonders hervorgehoben wird der Beitrag der gemeinhin oft als langweilig und wenig attraktiv betrachteten Obligationen. «Der Bereich Fixed Income verzeichnete in der Schweiz eine starke Dynamik, die durch hohe Kotierungsvolumina und eine rege Transaktionsaktivität getrieben wurde. Dasselbe gilt für Spanien, wo die Repatriierung von Fixed-Income-Programmen für Auftrieb sorgte.»

Starke Abwicklung und Verwahrung

Bei der Einheit Securities Services machte sich der grosse Bestand an verwahrten Vermögenswerten positiv bemerkbar. In der Schweiz legte das durchschnittliche Einlagenvolumen im ersten Halbjahr 2026  um 8,8 und in Spanien um 11,3 Prozent zu. Dank der Rekordstände der Aktienindizes sprudelten die Depotgebühren und die Abwicklungsvolumen. In den ersten sechs Monaten erreichten der SMI und der Ibex Rekorde, was zu höheren Erträgen aus Depotgebühren beitrug.

Stabil verlief die Entwicklung bei Financial Information. Wachstum resultierte in den Bereichen Indices sowie Tax und Regulatory Services, was auf die Nachfrage nach Regtech-Lösungen zurückgeführt wird. Die Stagnation im Kernbereich interpretiert die SIX positiv: «Der Bereich Reference Data and Pricing, auf den 78,7 Prozent des gesamten Nettobetriebsertrags der Geschäftseinheit entfallen, entwickelte sich im Grossen und Ganzen auf Vorjahresniveau, was die Stabilität des Kerngeschäfts unterstreicht.»

Reduktion des Betriebsaufwands

Die Einheit Banking Services hat gemäss der Mitteilung den Wachstumskurs fortgesetzt, u.a. dank Umsatzsteigerungen bei Debitkarten und mobilen Dienstleistungen.

Auch der Betriebsaufwand hat sich günstig entwickelt. Er reduziert sich um 7,7 Prozent auf 439 Millionen Franken. Der Personalbestand nahm leicht ab, von von 4'184 auf 4'158 Vollzeitstellen.

Die SIX will ihr dreijähriges Transformationsprogramms «Scale Up 2027» auch im zweiten Jahr weiterhin konsequent umsetzen. Das Programm war im März 2025 gestartet worden. Ziel ist ein Ertragswachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Verbesserung des EBITDA-Margenprofils auf über 40 Prozent. Aktuell liegt diese Marge (ohne Transformationskosten) bei 45,6 Prozent.

Mehrwert für die Aktionäre – die Banken

SIX-CFO Markus Habbels Kommentar zum Zahlenkranz: «Alle vier Geschäftseinheiten haben zu dem höchsten EBITDA-Ergebnis in der Geschichte von SIX beigetragen. Diese Leistung spiegelt sowohl das günstige Marktumfeld wider als auch die Stärke, Widerstandsfähigkeit und Diversifizierung unseres zugrunde liegenden Geschäftsmodells. Unser starkes finanzielles Resultat schafft nicht nur Wert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre. Es ermöglicht uns auch, in unser Kerngeschäft zu reinvestieren und attraktive Wachstumschancen in angrenzenden Dienstleistungsbereichen zu nutzen.»

Die SIX ist anders als die meisten grossen Börsen im Ausland nicht selber kotiert, sondern gehört den Banken.