Konjunkturprognose des Bundes hellt sich auf, die Risiken bleiben
Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes hat ihre Prognose für das Bruttoinlandprodukt (BIP) für 2026 leicht erhöht. Sie rechnet neu gemäss einer Mitteilung vom Montag mit einem Wirtschaftswachstum (bereinigt um Sportveranstaltungen) von 1,1 statt 0,9 Prozent.
Mit der Senkung der US-Zölle hätten sich die Aussichten für die betroffenen Branchen aufgehellt, lautet die Begründung. Für 2027 gehen die Experten davon aus, dass sich das BIP-Wachstum «im Zuge einer allmählichen Erholung der Weltwirtschaft bei 1,7 Prozent «normalisiert». Und sie signalisieren, dass die Schweiz einer Rezession entgeht, nachdem das BIP im dritten Quartal 2025 geschrumpft war. «Die bisher verfügbaren Daten und Umfragen deuten für das Schlussquartal des Jahres auf ein Wachstum des BIP.»
Korrekturrisiko an den Finanzmärkten und staatliche Verschuldung
Die Expertengruppe weist allerdings auf die nach wie vor bestehende Unsicherheit im Zusammenhang mit der internationalen Wirtschafts- und Handelspolitik und ihren makroökonomischen Auswirkungen hin.
Und unter den Konjunkturrisiken führt sie explizit an, dass die Wahrscheinlichkeit von Korrekturen an den Finanzmärkten erhöht bleibe. Die Risiken im Zusammenhang mit der globalen Verschuldung, insbesondere von Staaten, haben im Urteil der Expertengruppe sogar weiter an Bedeutung gewonnen. «Zudem bestehen nach wie vor Bilanzrisiken bei Finanzinstitutionen sowie Risiken an den Immobilienmärkten.»
Aufwertungsdruck auf den Franken
Aufgeführt werden auch geopolitische Risiken, «insbesondere im Zusammenhang mit den bewaffneten Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten». Sollten sich die Risiken materialisieren, sei mit weiterem Aufwertungsdruck auf den Franken zu rechnen.
Die durchschnittliche Jahresteuerungsrate wird für 2025 und 2026 auf je 0,2 Prozent veranschlagt.
Zum Vergleich: Die Schweizerische Nationalbank hatte am Donnerstag bei ihrem Zinsentscheid ihre Schätzung für das BIP-Wachstum im kommenden Jahr auf «knapp 1,5 Prozent» angehoben, und sie prognostiziert neu für 2025 und 2026 eine Inflation von 0,2 und 0,3 Prozent.















