Raiffeisen schraubt Konjunkturprognose kräftig nach oben
Die Volkswirte von Raiffeisen Schweiz haben ihre BIP-Prognose für die Schweiz für das laufenden Jahr 2026 markant von 0,8 auf 1,7 Prozent nach oben geschraubt.
Damit liegt die Prognose nun innerhalb der Spanne, die die SNB bei ihrer jüngsten Geldpolitischen Lagebeurteilung im September genannt hatte. Hier wird für das Gesamtjahr aktuell ein Wachstum zwischen 1,5 Prozent und 2 Prozent erwartet. Als Faktoren für
«Die Schweizer Wirtschaft bewegt sich wieder nahe am Potenzialpfad und zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet», schreibt Raiffeisen in ihrem «Konjunkturcheck Oktober». Die Dynamik sei überraschen deutlich stärker ausgefallen als noch vor wenigen Monaten erwartet. Als Hauptgrund dafür wird die robuste Entwicklung in der Pharma-Branche gesehen. Die starken Wachstumszahlen hätten zwar den Konjunkturtrend überzeichnet, dennoch bleibe die heimische Wirtschaft auf Erholungskurs.
Aussergewöhnlich starke Dynamik im Pharmasektor
Ob sich die aussergewöhnlich starke Dynamik im Pharmasektor fortsetzt, sei fragwürdig. Die Experten verweisen dabei etwa auf Pläne für eine Verlagerung von Produktions- und Forschungskapazitäten in die USA. Darüber hinaus würden deuten Unternehmensaussagen darauf hindeuten, dass die lebhaftere Geschäftstätigkeit nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs zumindest teilweise einer erhöhten Vorratsbeschaffung geschuldet ist, um Lieferkettenproblemen vorzubeugen.
Der ungelöste Iran-Konflikt und die höheren Energiepreise seien Gegenwind für die Konjunktur. Insbesondere der überproportionale Anstieg der Kraftstoffpreise belastet Unternehmen und Haushalte.
Die dennoch stabile Konjunktur in den Euro-Ländern stütze jedoch auch die Nachfrage bei den Schweizer Exportunternehmen. «Auch ohne einen Abbruch der Erholung gehen wir deshalb für nächstes Jahr wieder von einem moderateren BIP-Wachstum aus.»
Inflation weiter im Zielband erwartet
Die Schweizer Nationalbank hatte an ihrer September-Sitzung noch keinen Grund gesehen, die geldpolitische Ausrichtung anzupassen. Ungeachtet der preistreibenden Effekte der höheren Energiepreise und des schwächeren Franken, wird erwartet, dass die Inflation im Zielband von 0 bis 2 Prozent bleiben wird.
Die Gesamtinflation in der Schweiz ist zuletzt etwas gestiegen. Im September belief sich die allgemeine Teuerung auf 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 0,8 Prozent im August und 0,4 Prozent im Juli.
Am Arbeitsmarkt hatte sich zuletzt die Abschwächung bestätigt und die Arbeitslosenquote blieb bei 3,1 Prozent. Die zyklische Herbst-Belebung fällt klar schwächer aus als in den Vorjahren.
Anzeichen für das Ende der Nullzinsära
In der Gesamtbetrachtung aus Konjunktur, Inflation und Franken-Aussenwert würde sich damit für die SNB aber nun ein Fenster öffnen, von der Null-Zins-Politik Abschied zu nehmen, schreibt Raiffeisen. Es würden sich die Anzeichen für das Ende der Nullzinsära mehren. «Erstmals seit der Rückkehr zum Nullzins rechnen wir bereits im Dezember mit einer Leitzinserhöhung der SNB von 0,00 auf 0,25 Prozent», lautet die Einschätzung.
An den Zinsmärkten sei eine allmähliche Abkehr von der Nullzinspolitik für 2027 schon eingepreist. Das habe sich auch bereits in moderat höheren CHF-Langfristzinsen niedergeschlagen.















