Umfrage stützt Forderung nach strengeren Eigenkapitalvorschriften

Mit 75 Prozent befürwortet eine grosse Mehrheit der Bevölkerung strengere Eigenkapitalvorschriften für systemrelevante Banken wie die UBS, um Risiken für die Schweiz zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Umfrageinstituts «YouGov», das am Donnerstag publiziert wurde.

Zudem gebe es eine hohe Risikowahrnehmung in der Bevölkerung bezüglich der Auswirkungen einer hypothetischen Bankenkrise. Den Angaben zufolge schätzen 78 Prozent das Risiko als eher gross respektive sehr gross ein, dass eine Krise bei einer Grossbank wie der UBS erhebliche Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft hätte.

Grafiken Regulierungen fur Grossbanken Slid.format webp ovKEt141

Dabei ist die Bekanntheit des Themas hoch, wie es weiter heisst. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) habe die Debatte zumindest am Rande verfolgt. Das Umfrageinstitut verweist dabei auf soziodemografische Ungleichheiten. Besonders Männern und Personen mit höherem Bildungsniveau ist die Debatte bekannt.

Grafiken Regulierungen fur Grossbanken Slid.format webp1

Der Anteil der Männer, die die Diskussion verfolgt haben, ist fast doppelt so hoch wie der der Frauen (70 Prozent vs. 39 Prozent). Auch Bildung mache einen deutlichen Unterschied. Während unter den Personen mit hohem Bildungsabschluss 62 Prozent die Debatte verfolgen, sind es unter den Personen mit tieferer oder mittlerer Bildung 47 Prozent.

Bemerkenswert sei, dass die Personen, welche die Debatte verfolgen, strengere Vorschriften häufiger (80 Prozent) unterstützen und mögliche Risiken einer Bankenkrise noch häufiger (84 Prozent) als sehr oder eher gross einschätzen.

Verlagerungsszenario wird ernst genommen

72 Prozent der Befragten insgesamt stimmen (eher) zu, dass die Schweiz bei strengeren Kapitalregeln bleiben sollte, auch wenn die UBS mit Abwanderung droht. Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) stimmt zu, dass strengere Regulierung grundsätzlich dazu führen könnten, dass die UBS Teile ihres Geschäfts ins Ausland verlagert. 52 Prozent der Befragten halten ein solches Szenario für eher oder sehr wahrscheinlich.

«Strengere Regulierung von Grossbanken wie der UBS findet in der Schweizer Bevölkerung breite Unterstützung», lautet das Fazit der Studienautoren. Diese würde sich aus einer ausgeprägten Wahrnehmung systemischer Risiken speisen und werde selbst dann nicht grundsätzlich infrage gestellt, wenn mögliche Nachteile für die Standortattraktivität ins Spiel kommen.

Ambivalent in Bezug auf staatliche Rettungsaktionen

Deutlich ambivalenter seien die Einstellungen hingegen in Bezug auf die Unterstützung für staatliche Rettungsaktionen wie auch für regulatorische Konzessionen gegenüber Grossbanken.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 3. und 9. Juni 2026 1'008 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz in einer repräsentativen Stichprobe befragt.