Neuenburger Kantonalbank trotzt dem Margendruck
Damit zeigt sich gegenüber dem Gesamtjahr 2025 eine Trendwende beim operativen Ergebnis. Damals war der Geschäftserfolg noch um gut 18 Prozent auf 78,6 Millionen Franken eingebrochen.
Das wichtigste Standbein der BCN bleibt laut Mitteilung vom Mittwoch das Zinsgeschäft. Der Bruttoerfolg sank im ersten Semester zwar um 0,8 Prozent auf 60,3 Millionen Franken. Das höhere Kreditvolumen konnte die Folgen der tieferen Zinsmargen jedoch weitgehend kompensieren.
Zusätzlich profitierte die Bank von der Entwicklung bei den Kreditrisiken: Statt wie im Vorjahr Wertberichtigungen von 1,7 Millionen Franken zu bilden, konnte sie solche im Umfang von 2,2 Millionen auflösen. Dadurch erhöhte sich der Nettoerfolg im Zinsgeschäft um 5,8 Prozent auf 62,6 Millionen Franken.
Auch die übrigen Ertragspfeiler legten zu. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft steigerte den Erfolg um 2,6 Prozent auf 16,3 Millionen Franken. Treiber waren insbesondere das Wertschriften- und Anlagegeschäft sowie höhere verwaltete Vermögen. Der Handelserfolg nahm um knapp 5 Prozent auf 6,3 Millionen Franken zu.
Kosten steigen weiter
Auf der Kostenseite setzte sich allerdings der bereits 2025 sichtbare Anstieg fort. Der Personalaufwand erhöhte sich im ersten Halbjahr um 5,1 Prozent auf 23,7 Millionen Franken. Die BCN führt dies auf den weiteren Aufbau des Personalbestands im Zuge ihres neuen Organisationsmodells zurück. Aktuell beschäftigt die Bank 346 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der übrige Geschäftsaufwand nahm um 7,7 Prozent auf 18,7 Millionen Franken zu. Anders als im Gesamtjahr 2025, als ausserordentliche Unterstützungsmassnahmen für Kunden einen erheblichen Teil des Kostenanstiegs verursacht hatten, verweist die Bank diesmal vor allem auf höhere IT-Kosten.
Hypotheken wachsen leicht
Die Hypothekarforderungen erhöhten sich seit Jahresbeginn um 1,5 Prozent beziehungsweise 131,6 Millionen Franken auf 8,88 Milliarden Franken. Die übrigen Kundenforderungen stiegen um 5,1 Prozent auf 879 Millionen Franken.
Die Kundeneinlagen blieben mit 7,04 Milliarden Franken dagegen praktisch unverändert. Ende 2025 hatten sie gegenüber dem Vorjahr noch um 11 Prozent zugelegt. Die Bilanzsumme erhöhte sich seit Jahresbeginn um 1,2 Prozent auf 12,58 Milliarden Franken.
Nach einer Zuweisung von 17,5 Millionen Franken an die Reserven für allgemeine Bankrisiken weist die BCN einen Halbjahresgewinn von 24,1 Millionen Franken aus – praktisch gleich viel wie im Vorjahressemester.
Vorsichtiger Ausblick
Für die zweite Jahreshälfte bleibt die Kantonalbank angesichts des wirtschaftlichen Umfelds vorsichtig. Eine deutliche Verschlechterung der Geschäftsentwicklung erwartet sie allerdings nicht. Für das Gesamtjahr rechnet die BCN weiterhin mit einem operativen Ergebnis auf dem Niveau von 2025.














