Valiant steigert Gewinn – doch das Zinsgeschäft gibt nach

Valiant hat den Konzerngewinn im ersten Halbjahr 2026 um 3,4 Prozent auf 75,9 Millionen Franken gesteigert. Auch operativ ging es leicht aufwärts: Der Geschäftserfolg erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 0,4 Prozent auf 113,9 Millionen Franken, der Geschäftsertrag nahm um 1,2 Prozent auf 277,3 Millionen Franken zu, wie den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. 

Wachstum verzeichnete die Bank auch im Kundengeschäft. Die Ausleihungen stiegen seit Jahresbeginn um 1,9 Prozent auf 30,9 Milliarden Franken, die Kundengelder um 2,1 Prozent auf 23,2 Milliarden Franken.

«Die Wachstumszahlen zeigen, dass unsere Kundinnen und Kunden uns vertrauen. Auch bei der Umsetzung unserer Strategie sind wir gut unterwegs», sagt CEO Ewald Burgener.

Nullzinsumfeld hinterlässt Spuren

Im wichtigsten Ertragspfeiler der Bank macht sich allerdings das veränderte Zinsumfeld bemerkbar. Der Brutto-Erfolg im Zinsgeschäft sank um 1,3 Prozent auf 200,3 Millionen Franken. Der Netto-Zinserfolg ging um 1,2 Prozent auf 192,9 Millionen Franken zurück.

Damit bleibt das Zinsgeschäft zwar auf hohem Niveau, der Rückenwind der vergangenen Jahre lässt jedoch nach.

Umso wichtiger wird für Valiant die im Rahmen der Strategie «Valiant 2029» angestrebte Diversifikation der Ertragsbasis.

Anlagegeschäft wächst zweistellig

Hier kann die Bank Fortschritte vorweisen. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich um 7,7 Prozent auf 51,5 Millionen Franken.

Besonders deutlich fiel das Wachstum im Wertschriften- und Anlagegeschäft aus: Die entsprechenden Kommissionserträge legten um 13,2 Prozent zu. Valiant führt dies sowohl auf Neugeldzuflüsse und damit höhere Depotvermögen als auch auf die positive Entwicklung an den Finanzmärkten zurück.

Die Entwicklung sei «ein wichtiger Schritt hin zu einer breiter diversifizierten Ertragsbasis», so Burgener.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ging dagegen um 2,9 Prozent zurück, blieb mit 20,2 Millionen Franken aber auf einem hohen Niveau. Der übrige ordentliche Erfolg stieg um 23,9 Prozent auf 12,7 Millionen Franken, vor allem dank höherer Beteiligungserträge.

Kosten steigen trotz Effizienzprogramm

Auf der Kostenseite verzeichnete Valiant einen leichten Anstieg. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 152,5 Millionen Franken. Als Gründe nennt die Bank Investitionen in die Digitalisierung und in ihre Attraktivität als Arbeitgeberin.

Gleichzeitig läuft das im Rahmen von «Valiant 2029» lancierte Effizienzprogramm weiter. Es sieht Kosteneinsparungen und bis 2028 auch eine Reduktion des Personalbestands über die natürliche Fluktuation vor.

Die Strategie, die seit Anfang 2025 umgesetzt wird, stellt insbesondere eine höhere Rentabilität, einfachere Strukturen und eine breitere Ertragsbasis ins Zentrum.

Kapital gestärkt und Aktienrückkauf gestartet

Aufgrund der Geschäftsentwicklung weist Valiant 17,5 Millionen Franken den Reserven für allgemeine Bankrisiken zu und stärkt damit ihr Eigenkapital.

Die Gesamtkapitalquote liegt bei 17,0 Prozent und damit nach Angaben der Bank deutlich über den regulatorischen Anforderungen.

Gleichzeitig gibt Valiant Kapital an ihre Aktionäre zurück. Das bereits angekündigte Aktienrückkaufprogramm ist Anfang Juni gestartet.

Kostenloses Angebot für Firmenkunden

Neue Akzente setzt die Bank auch im Geschäft mit KMU und Selbständigen. Valiant lanciert neue «Business Sets», wobei das Basisangebot kostenlos erhältlich ist und unter anderem ein Konto sowie eine Debitkarte umfasst.

Mit erweiterten kostenpflichtigen Angeboten will die Bank unterschiedliche Bedürfnisse von Firmenkunden abdecken.

Für das Gesamtjahr bleibt das Management zuversichtlich. Valiant erwartet für 2026 einen leicht höheren Konzerngewinn als im Vorjahr.