Glarner Kantonalbank profitiert von tieferen Zinskosten

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) hat am Donnerstag ihre Zahlen für das erste Halbjahr präsentiert. Der Geschäftserfolg stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 43 Prozent auf 16,1 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Halbjahresgewinn von 13,2 Millionen Franken, ein Plus von 40,2 Prozent.

Der Betriebsertrag erhöhte sich um 11,2 Prozent auf 52,6 Millionen Franken. Damit übertrifft die Bank nach eigenen Angaben auch das Ergebnis des bereits guten zweiten Halbjahres 2025.

CEO Sven Wiederkehr verweist in der Medienmitteilung auf ein von Unsicherheit geprägtes Umfeld. «Das erste Halbjahr war geprägt von den Turbulenzen am Persischen Golf und der damit verbundenen Unsicherheit bezüglich Inflationserwartung und Zinsen», sagt er. Umso erfreulicher sei die Entwicklung des Geschäfts und das Vertrauen der Kunden.

Tieferer Zinsaufwand gibt Schub

Hauptgrund für die deutliche Ergebnisverbesserung war das Zinsgeschäft. Der Bruttoerfolg stieg um 21 Prozent auf 38,1 Millionen Franken.

Dabei profitierte die GLKB vor allem von deutlich tieferen Finanzierungskosten. Der Zins- und Diskontertrag ging zwar um 10,8 Prozent auf 50,4 Millionen Franken zurück. Gleichzeitig sank der Zinsaufwand aber um 33,5 Prozent auf 25,1 Millionen Franken. Der Rückgang auf der Ertragsseite wurde damit mehr als kompensiert.

Mehr Ertrag mit Kommissionen

Auch im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte die Kantonalbank zu. Der Erfolg stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent auf 9,4 Millionen Franken. Als Treiber nennt die GLKB das Anlagegeschäft sowie Erträge aus dem Credit-Servicing-Angebot von «Bitubi».

Weniger gut lief es im Handelsgeschäft. Der Erfolg lag 23,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Verantwortlich dafür waren laut Bank insbesondere tiefere Devisenerträge. Auch der übrige ordentliche Ertrag ging zurück, unter anderem aufgrund von Verbuchungen im Zusammenhang mit dem ESAF 2025 Glarnerland+.

Geschäftsaufwand nimmt zu

Auf der Kostenseite stieg der Geschäftsaufwand um 5,6 Prozent auf 34,6 Millionen Franken. Der Personalaufwand erhöhte sich um 7,4 Prozent auf 21,5 Millionen Franken. Die Bank begründet dies mit tieferen durchschnittlichen Vakanzen und höheren Abgrenzungen für variable Vergütungen.

Der Sachaufwand nahm um 2,8 Prozent auf 13 Millionen Franken zu. Ausschlaggebend war eine höhere Abgrenzung für die Abgeltung der Staatsgarantie. Ohne diesen Effekt wäre der Sachaufwand laut GLKB auf dem Niveau des Vorjahres geblieben.

Entlastung brachten die Abschreibungen und Wertberichtigungen. Sie fielen um 1,4 Millionen Franken beziehungsweise 42,6 Prozent tiefer aus als im Vorjahreszeitraum, als ein Einmaleffekt angefallen war.

Hypotheken legen zu

Die Bilanzsumme wuchs im ersten Halbjahr um 73,5 Millionen Franken auf 9,2 Milliarden Franken. Im Hypothekargeschäft verzeichnete die GLKB ein Wachstum von 112,5 Millionen Franken oder 1,8 Prozent. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende Juni auf 1,5 Milliarden Franken.

Auf der Passivseite stiegen die Verpflichtungen gegenüber Banken um 258 Millionen Franken oder 33,2 Prozent. Die Anleihen und Pfandbriefdarlehen nahmen um 30,3 Millionen Franken beziehungsweise 1 Prozent zu.

Neue Tier-2-Anleihe

Bewegung gab es auch bei der Kapitalausstattung. Die GLKB kündigte am 23. Juni ihre bestehende Tier-2-Anleihe über 150 Millionen Franken vorzeitig. Zuvor hatte sie Anfang Juni eine neue Tier-2-Anleihe über 125 Millionen Franken platziert, deren Erlös am 2. Juli einging.

Weil die gekündigte Anleihe in der Zwischenzeit nicht mehr an die Eigenmittel angerechnet werden konnte, sank die Gesamtkapitalquote per Ende Juni vorübergehend auf 14,6 Prozent.