Zinsgeschäft bremst die Aargauische Kantonalbank

Der Reigen der Halbjahresabschlüsse der Kantonalbanken ist an diesem Donnerstag in vollem Gange. Nach den Basel-Städter, den Thurgauer und den Glarnern haben auch die Aargauer ihre Zahlen präsentiert.

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) muss beim Gewinn einen Rückschlag hinnehmen. Der Geschäftserfolg sinkt um 5,4 Prozent auf 125,2 Millionen Franken, der Halbjahresgewinn nimmt um 2,1 Prozent auf 103,6 Millionen Franken ab.

Asymmetrie im Zinsgeschäft

Hauptgrund dafür ist der Rückschlag im Zinsgeschäft, wo der Erfolg von 180,8 auf 167,5 Millionen zurückging (–7,3 Prozent). Die AKB erklärt dies in der Medienmitteilung mit ihrem hohen Anteil von Geldmarkthypotheken, die auf dem Saron basieren. Dieser bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB), also aktuell um o Prozent. Die Senkung des Leitzinses durch die SNB habe den Zinsertrag reduziert und damit die Kreditkosten für die Kunden reduziert. Diese Einbusse konnte die AKB auf der Finanzierungsseite nur teilweise durch einen tieferen Zinsaufwand auffangen. Zudem verbucht sie Wertberichtigungen von 4,9 Millionen Franken (Vorjahr +1,6 Millionen Franken).

Besser lief das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, wo der Erfolg um 16,1 auf 55,9 Millionen Franken gesteigert werden konnte. Die Kundengelder nahmen um 0,7 Milliarden (+2,5 Prozent) zu, beim Depotvolumen resultiert dank Neugeldern von 0,4 Milliarden und der guten Börse ein Plus von 1,2 Milliarden (+5,9 Prozent).

Moderater Anstieg des Geschäftsaufwands

Den Geschäftsaufwand haben die Aargauer im Griff. Der Personalaufwand nahm 1,6 Prozent auf 74,8 Millionen zu, der Sachaufwand blieb unverändert auf 47,3 Millionen Franken.

Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich von 48,8 auf 50 Prozent.

Deutlich zugelegt hat die Bilanzsumme, um 4,8 Prozent auf 43,9 Milliarden Franken. Auf der Aktivseite entfallen zwei Drittel davon auf Hypotheken. Ende Juni erreichte der Bestand 28,1 Milliarden Franken (+3 Prozent).

Mehr Zuversicht für das Gesamtjahr

Direktionspräsident Dieter Widmer (der per Ende Mai 2027 die Bank verlassen wird) sieht das Positive: «Es ist uns im ersten Halbjahr 2026 ausserordentlich gut gelungen, die Ertragsausfälle, die sich für uns durch das Tiefzinsumfeld ergeben haben, mehrheitlich zu kompensieren.»

Die AKB erhöht ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 und erwartet nun «ein Ergebnis mindestens auf Vorjahresniveau».