LUKB erzielt Rekordgewinn und erhöht Prognose

Die Luzerner Kantonalbank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 161,4 Millionen Franken erzielt. Das sind gemäss Mitteilung vom Dienstag 7,1 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode und gleichzeitig das beste Halbjahresergebnis in der Geschichte der Bank.

Bemerkenswert ist die Entwicklung im Zinsengeschäft. Trotz des deutlich schwierigeren Zinsumfelds erhöhte sich der Erfolg daraus um 3,1 Prozent auf 238,9 Millionen Franken.

Dabei trat die Bank bei den Krediten bewusst auf die Bremse. «Unsere Hypothekarausleihungen an die sehr preissensitive Kundengruppe der Immobiliengesellschaften haben wir um fast 600 Millionen Franken reduziert», erläutert LUKB-Finanzchef Marcel Hurschler. Die dadurch frei werdenden Eigenmittel sollen in ertragsstärkeren Kundengruppen eingesetzt werden.

Nach einem Wachstum der Ausleihungen um 6,9 Prozent im vergangenen Jahr nahmen diese im ersten Halbjahr lediglich um 0,8 Prozent auf 46,72 Milliarden Franken zu. Die Hypothekarforderungen blieben mit 40,89 Milliarden Franken praktisch unverändert. 

Anlagegeschäft legt zweistellig zu

Deutlich stärker entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der Erfolg daraus nahm um 11,1 Prozent auf 77,5 Millionen Franken zu. Treiber waren insbesondere die Vermögensverwaltungs- und Beratungsmandate. Diese erhöhten sich im ersten Halbjahr um 806,1 Millionen auf 18,21 Milliarden Franken.

«Der Bankenmarkt Schweiz will eine starke Alternative zur Grossbank UBS» – hier geht es zum Podcast mit LUKB-CEO Daniel Salzmann

Insgesamt verwaltete die LUKB Ende Juni Kundenvermögen von 43,99 Milliarden Franken. Gegenüber Ende 2025 entspricht dies einem Plus von 1,39 Milliarden Franken oder 3,3 Prozent. Davon entfielen 709 Millionen Franken auf Nettoneugeld und 677 Millionen Franken auf die positive Marktentwicklung.

Strukturierte Produkte gefragt

Auch das Handelsgeschäft lieferte einen kräftigen Wachstumsbeitrag. Der Handelserfolg stieg um 12,1 Prozent auf 45,5 Millionen Franken. Besonders gefragt waren strukturierte Produkte. Diese profitierten laut LUKB im zweiten Quartal von der Beruhigung an den Finanzmärkten und der freundlicheren Börsenstimmung.

Der gesamte Geschäftsertrag erhöhte sich damit um 6,3 Prozent auf 369,2 Millionen Franken.

Mehr Personal für neue Strategie

Mit dem Wachstum steigen allerdings auch die Kosten. Der Geschäftsaufwand nahm um 5,7 Prozent auf 170,9 Millionen Franken zu. Dazu trugen Investitionen im Rahmen der neuen Strategie «LUKB30» sowie die voraussichtlich höhere Abgeltung für die Staatsgarantie bei.

Der Personalaufwand erhöhte sich um 6,4 Prozent auf 115,6 Millionen Franken. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Personalbestand um 3 Prozent auf 1215,5 Vollzeitstellen. Die LUKB begründet den Ausbau unter anderem mit ihrem Ziel, bis 2030 zu den fünf führenden Universalbanken der Schweiz zu gehören.

Die Cost-Income-Ratio blieb dennoch mit 45,5 Prozent auf einem vergleichsweise tiefen Niveau.

LUKB wird optimistischer

Nach dem Rekordsemester erhöht die Bank ihre Erwartungen für 2026. Statt eines Konzerngewinns von mindestens 295 Millionen Franken peilt sie nun 305 bis 320 Millionen Franken an.

Allerdings erwartet CEO Daniel Salzmann ein etwas schwächeres zweites Halbjahr. Neben saisonal tieferen Dividendenerträgen verweist er auf begrenztes Potenzial für weitere Margenverbesserungen und zusätzliche Investitionen in die technische Infrastruktur.

An den längerfristigen Zielen der Strategie «LUKB30» hält die Kantonalbank fest. Bis 2030 soll der Konzerngewinn auf mehr als 340 Millionen Franken und der zinsunabhängige Ertrag auf über 310 Millionen Franken steigen.