Postfinance verdient weniger – Anlagegeschäft gewinnt an Fahrt
PostFinance hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 103 Millionen Franken erzielt. Das sind 7 Millionen Franken oder gut 6 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Der Geschäftserfolg sank laut den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen von 134 auf 113 Millionen Franken, der Geschäftsertrag von 649 auf 613 Millionen Franken.
Gleichzeitig verzeichnet das Institut einen markanten Anstieg der Kundenvermögen: Sie erhöhten sich seit Ende 2025 um 3,7 Milliarden auf 117,5 Milliarden Franken. Besonders dynamisch entwickelte sich laut der Mitteilung das Anlagegeschäft.
Anlagevermögen wachsen um 9 Prozent
Die zinsunabhängigen Kundenvermögen stiegen um 2,1 Milliarden beziehungsweise 9 Prozent auf 25,3 Milliarden Franken. Die Neugeldzuflüsse in Anlageprodukte verdoppelten sich gegenüber der Vorjahresperiode auf 500 Millionen Franken.
«Die steigenden Kundenvermögen und die hohe Nutzung unserer Angebote zeigen, dass wir die Bedürfnisse unserer Kundschaft zunehmend besser verstehen und in konkrete Lösungen übersetzen», sagte CEO Beat Röthlisberger. Damit mache Postfinance Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Strategie und stärke ihre Widerstandsfähigkeit.
Zinsgeschäft unter Druck
Bei der wichtigsten Ertragsquelle, dem Zinsdifferenzgeschäft, musste Postfinance Einbussen hinnehmen: Der Netto-Zinserfolg sank um 34 Millionen auf 285 Millionen Franken.
Der Vergleich wird allerdings durch einen positiven Einmaleffekt von 37 Millionen Franken im Vorjahr verzerrt. Bereinigt um diesen Effekt habe Postfinance den Zinserfolg leicht gesteigert, wie das Institut schreibt.
Im zinsunabhängigen Geschäft ging es dagegen aufwärts. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg von 168 auf 171 Millionen Franken, jener aus dem Handelsgeschäft von 103 auf 107 Millionen Franken. Wachstumstreiber waren insbesondere das Anlagegeschäft, E-Trading und die verstärkte Nutzung der PostFinance Debit Card.
Kosten sinken, Schalterzahlungsverkehr belastet
Der Geschäftsaufwand sank gegenüber dem Vorjahr um 11 Millionen auf 466 Millionen Franken. Postfinance führt dies unter anderem auf die organisatorische Weiterentwicklung und eine stärkere Priorisierung von Investitionen und Ausgaben zurück.
Belastend bleibt dagegen der Schalterzahlungsverkehr. Dessen negatives Ergebnis erhöhte sich weiter und schlug im ersten Halbjahr mit 65 Millionen Franken zu Buche.
Swissquote-Beteiligung vollständig verkauft
Im ersten Halbjahr schloss Postfinance zudem den Verkauf ihrer Beteiligung an Swissquote ab. Nachdem die Devestition bereits im Dezember 2025 begonnen hatte –, finews berichtete darüber, wurde nun auch der verbliebene Anteil an der Onlinebank verkauft.
Gleichzeitig wies Postfinance 60 Millionen Franken den Reserven für allgemeine Bankrisiken zu. Die Gesamtkapitalquote lag Ende Juni bei 27,6 Prozent und damit laut Unternehmen deutlich über den regulatorischen Anforderungen.
Umbau in der Geschäftsleitung
Auch organisatorisch stehen Veränderungen an. Postfinance will Risk sowie Compliance & Legal neu aufstellen und ab dem ersten Quartal 2027 in zwei eigenständigen Einheiten auf Geschäftsleitungsebene verankern. Heidi Steiger wird den Bereich Risk weiterhin führen. Für Compliance soll ein neues Geschäftsleitungsmitglied rekrutiert werden.
Eine weitere Neubesetzung steht im Privatkundengeschäft an. Die bisherige Leiterin Sandra Lienhart wird im Frühjahr 2027 aus der Geschäftsleitung zurücktreten, bleibt PostFinance jedoch erhalten.















