Urner Kantonalbank leidet unter Kamuno-Abschreiber

Die Urner Kantonalbank (UKB) vermeldete am Donnerstag für das erste Halbjahr einen Gewinn, der deutlich unter dem der ersten sechs Monate 2025 liegt. Er beträgt noch 8,9 Millionen Franken, ein Minus von 13,3 Prozent. Die Kantonalbank hebt im Communiqué jedoch hervor, dass sie in ihrem Kerngeschäft «ein sehr erfreuliches Wachstum» verzeichnet habe.

In der wichtigsten Geschäftssparte, dem Zinsgeschäft, resultiert allerdings ebenfalls ein Minus. Der Zinserfolg erreicht noch 18,9 Millionen Franken (–3,3 Prozent), was die Urner mit dem «anhaltenden Druck auf die Zinsmargen» begründen.

Deutliches Plus im Kommissionsgeschäft

Tatsächlich gewachsen sind die Kundenausleihungen, um 2,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken, getrieben vom Hypothekargeschäft. Demgegenüber blieb die Steigerung bei den Kundengeldern mit 0,4 Prozent (auf 2,5 Milliarden) eher verhalten.

Ein Plus von 7,8 Prozent erwirtschaftete die UKB im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das 4,3 Millionen Franken einbrachte. Das Depotvolumen nahm um 9 Prozent zu, was die Bank (abgesehen von der guten Börse) auf «die sehr erfreuliche Entwicklung des Nettoneugelds» zurückzuführt (wobei dazu keine Zahl genannt wird).

Höherer Geschäftsaufwand

Deutlich zugelegt hat auch der Geschäftsaufwand. Er betrug im ersten Halbjahr 14,9 Millionen Franken und lag damit 5,5 Prozent höher.

Der Geschäftsertrag ging damit leicht auf 25 Millionen Franken (–2,4 Prozent) zurück.

Abschreibung und Auflösung von Reserven

In der Medienmitteilung prominent erwähnt wird auch die Tochtergesellschaft Kamuno. Diese habe seit der Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit mehr als 3'000 KMU auf ihrer Plattform und habe insgesamt Kredite in zweistelliger Millionenhöhe vergeben. Aber: «Ihre Wachstums- und Geschäftsziele hat sie noch nicht erreicht.» Wer wissen will, was das konkret für das Ergebnis der UKB bedeutet, wird indes erst im Halbjahresbericht selber fündig.

Die Kantonalbank muss eine happige einmalige Abschreibung dieser Beteiligung vornehmen. Die entsprechende Position in der Erfolgsrechnung (Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten) erreicht hohe 13,3 Millionen Franken (Vorjahresperiode 1,2 Millionen).

Die Kantonalbank bleibt in den schwarzen Zahlen, weil sie den grössten Teil des Lochs stopft, indem sie 12 Millionen Franken aus den Reserven für allgemeine Bankrisiken entnimmt, was das Eigenkapital schmälert. Die Eigenkapitalquote geht von 8,9 Prozent Ende 2025 auf 8,6 Prozent Mitte 2026 zurück.