Raiffeisen legt guten Abschluss vor und kündigt Stellenabbau an
659,3 Millionen Franken, ein Plus von 18,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. So hoch liegt der Halbjahresgewinn 2026 von Raiffeisen, wie die systemrelevante Bank am Mittwoch vermeldete.
Trotz des nicht einfachen Umfelds konnte Raiffeisen auch im Zinsgeschäft zulegen. Der Nettoerfolg stieg um 6,3 Prozent auf 1,41 Milliarden Franken.
Dabei erhöhten sich die Hypothekarforderungen um 1,9 Prozent auf 235,3 Milliarden Franken. Prozentual im gleichen Umfang stiegen die gesamten Kundenausleihungen (248,5 Milliarden Franken). Vom Zuwachs von 4,7 Milliarden entfallen 1,7 Milliarden auf das Firmenkundengeschäft, wo das Kreditvolumen 58,8 Milliarden Franken (+3,2 Prozent) erreichte.
Nettoneugeld in Vermögensverwaltungsmandate
Mit 1,3 Prozent etwas weniger kräftig zugenommen haben die Kundeneinlagen, die Mitte 2026 228,7 Milliarden Franken betrugen.
Noch mehr als die Hauptsparte legte das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft zu. Dort resultierte ein Erfolg von 397 Millionen Franken (+8,4 Prozent). Der Nettoneugeldzufluss wird mit 3,3 Milliarden Franken beziffert, wovon 2,8 Milliarden auf Vermögensverwaltungsmandate entfallen. Dank Neugeld und Börsenhausse erhöhte sich das Depotvolumen im ersten Semester 2026 um 5,8 Milliarden Franken auf 65,6 Milliarden Franken (+9,7 Prozent). Insgesamt legten die verwalteten Kundenvermögen um 2,7 Prozent auf 289,8 Milliarden zu.
Ebenfalls klar über Vorjahr bewegte sich das Handelsgeschäft (169,4 Millionen Franken, +24,6 Prozent). Hier machte sich gemäss Raiffeisen «insbesondere die zunehmende Kundenaktivität bei Devisen- und Edelmetall-Geschäften aufgrund der erhöhten Marktvolatilität» positiv bemerkbar.
Kräftig gestiegener Personalaufwand
Deutlich zugenommen hat der Personalaufwand. Er stieg um 4 Prozent auf 856,6 Millionen Franken. Der Sachaufwand erhöhte sich nur geringfügig auf 301,8 Millionen (+0,5 Prozent).
Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 59,4 Prozent Ende 2025 auf 56,8 Prozent.
Raiffeisen bezeichnet die Kapitalausstattung als «hervorragend» und verweist dabei auf die Emission einer Bail-in-Anleihe von 200 Millionen Franken im Mai und die Heraufstufung des Ratings durch Fitch im Frühling (von A+ auf AA–).
«Sehr erfolgreiches» erstes Halbjahr
Gabriel Brenna, Vorsitzender der Geschäftsleitung, scheint zufrieden zu sein: «Unser Geschäft entwickelte sich im ersten Halbjahr sehr erfolgreich: Wir haben unser Geschäftsvolumen ausgebaut und konnten sowohl das Zinsergebnis als auch das Kommissions- und Dienstleistungsergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Zudem haben wir unsere Position in den Bereichen Anlage, Vorsorge und Firmenkunden ausgebaut.»
Für das zweite Halbjahr 2026 wird mit einer stabilen Geschäftsentwicklung über Vorjahresniveau gerechnet.
«Verantwortungsvolle Umsetzung» des Stellenabbaus
Auch wenn das Ergebnis gut ausfällt und der Ausblick zuversichtlich ist, kündigt die Bank Massnahmen zur Effizienzsteigerung an, «um das Kosten-Ertragsverhältnis nachhaltig auf einem guten Niveau zu halten». Ziel sei es, bei Raiffeisen Schweiz im Jahr 2027 Personal- und Sachkosten von rund 60 Millionen Franken einzusparen.
Das hat auch einen Stellenabbau zur Folge: «Maximal werden bei Raiffeisen Schweiz bis zu 180 Stellen von einem Abbau betroffen sein. Die Umsetzung wird verantwortungsvoll erfolgen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Stellen kann über Fluktuation, Streichung von nicht besetzten Stellen, Reduktion externer Arbeitskräfte und Frühpensionierungen abgebaut werden», heisst es dazu in der Mitteilung.
Zudem kommt es zu Anpassungen in der Organisationsstruktur mit personellen Konsequenzen, die Raiffeisen in einem separaten Communiqué erläutert; mehr dazu folgt.














