Schweizer Finanzinstitute testen Echtzeit-Zahlungsinfrastruktur

Die drei Finanzinstitute haben mit dem Test der Zahlungsinfrastruktur laut eigenen Angaben einen weiteren Meilenstein in der Modernisierung von Interbanken-Zahlungen gesetzt, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Die die zweite Teilphase des Pilotprojekts auf dem Google Cloud Universal Ledger (GCUL) sei erfolgreich abgeschlossen worden.

Nach der ersten Phase, die im November 2025 mit einem Proof-of-Concept startete, wurden diesmal echte Kundentransaktionen in einer Produktionsumgebung verarbeitet.

In den jetzigen Tests wurden mehrere Einzelüberweisungen zu einer einzigen Interbanken-Clearingoperation gebündelt – ein sogenanntes Netting. Dieser Ansatz soll die Kosten senken und die Effizienz mit jedem zusätzlichen Teilnehmer im Netzwerk exponentiell steigern. Abgewickelt wird ausschliesslich in Geschäftsbankengeld, ohne neue Formen digitaler Währungen einzuführen, wie es weiter heisst.

Compliance-Regeln eingebettet

AML- und Sanktionsprüfungen sind dabei direkt in den Transaktionsablauf eingebettet, ohne bestehende Compliance-Frameworks zu umgehen. «Dieses Pilotprojekt validiert die Produktionsreife unserer Technologieinfrastruktur innerhalb bestehender regulatorischer Rahmenbedingungen», sagt Franz Bergmueller, CEO der AMINA Bank. Dabei verweist er auf die multi-jurisdiktionale Präsenz der Bank in der Schweiz, der EU, Hongkong, Abu Dhabi und dem Vereinigten Königreich. Das biete einen strategischen Vorteil für eine künftige globale Zahlungsoptimierung.

«Die Transaktionen laufen ohne Auswirkungen auf das Kundenerlebnis», betonte Incore-CEO Mark Dambacher. Die Bank betreibt die Plattform für mehrere Banken gleichzeitig – ein Aspekt, der die Skalierbarkeit des Ansatzes unterstreicht.

Die Deutsche-Börse-Tochter Crypto Finance fungiert im Piloten als sogenannter Currency Operator und definiert Governance-Standards sowie Transaktionsregeln. «Es geht nicht darum, bestehende Zahlungsinfrastruktur zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen», sagte deren CEO Stijn Vander Straeten.

Das Pilotprojekt soll auf weitere Anwendungsfälle ausgeweitent werden. Auf der Agenda Fremdwährungsabwicklung, FX-Workflows und digitale Vermögenswerte.