Schweizer Vermögensverwalter setzen weiter auf Aktien

Die Stimmung unter den unabhängigen Vermögensverwaltern bleibt trotz Inflations- und Zinsrisiken konstruktiv. 62 Prozent der Befragten erwarten, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen bis Ende Jahr unverändert lässt. Nur 12 Prozent rechnen mit Zinssenkungen, während 26 Prozent sogar weitere Zinserhöhungen für möglich halten.

Auch bei der Inflation überwiegt die Vorsicht: 48 Prozent gehen laut dem Aquila Vermögensverwalter Index (AVI) davon aus, dass steigende Erzeuger- und Importpreise den Preisdruck hoch halten werden. Lediglich 14 Prozent erwarten ein deutliches Abflachen der Inflationsdynamik.

Für die Geldpolitik der Federal Reserve rechnen 81 Prozent damit, dass Zinspolitik und Bilanzabbau unabhängig voneinander gesteuert werden. Damit dürfte die US-Notenbank ihre Instrumente flexibel einsetzen, ohne den Bilanzabbau wegen möglicher Zinssenkungen auszusetzen.

Am Aktienmarkt überwiegt «Stabilität». Zwei Drittel erwarten in den kommenden zwölf Monaten einen unveränderten SMI, das sind gut 10 Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. Noch 17 Prozent rechnen mit fallenden Kursen, zuletzt waren es rund 28 Prozent gewesen.

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Knapp die Mehrheit der Befragten rechnet mit höheren Renditen der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihen in den nächsten 12 Monaten. Nur noch 12 Prozent der Vermögensverwalter erwarten tiefere Renditen. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2025 waren es noch knapp 60 Prozent gewesen.

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Entsprechend bleibt auch die strategische Vermögensaufteilung aktienlastig. Für ein ausgewogenes Schweizer-Franken-Mandat empfehlen die Teilnehmer knapp 50 Prozent Aktien, gut 23 Prozent Anleihen sowie rund 10 Prozent Gold. Damit liegt der Obligationenanteil rund 50 Prozent tiefer als die Benchmark, der Anteil von Gold und anderen Rohstoffen ist gemäss Umfrage aktuell doppelt so gross wie die Benchmark.

Schweizer und US-Börse im Fokus

Thomas Steiner, Gründer und CEO von EMJ Swiss Stocks AG fügt zu den Schweizer Aktien an: «Der Schweizer Aktienmarkt zählt bereits seit längerer Zeit nicht mehr zu den Favoriten der internationalen Investoren. Entsprechend hat er über die letzten zwei Jahre unterdurchschnittlich abgeschnitten. Speziell gilt dies für die Sektoren Medtech, Pharmazulieferer und Industrie sowie die Small/Mid Caps. Viele Aktien aus diesen Sektoren werden mit einem deutlichen Abschlag im Vergleich zu den PE-Verhältnissen der letzten 10 Jahre gehandelt. In verschiedenen Aktien bestehen zudem hohe Short-Positionen, welche auf die Kurse gedrückt haben. Sobald die Investoren die Schweizer Small/Mid Caps wieder entdecken, dürfte damit ein attraktives Kurspotenzial bestehen.» 

In den USA habe sich der Fokus der Investoren von den Magnificent 7 auf die Speicherchip-Produzenten verlagert. «Wegen dem Mangel an Speicherchips sind deren Preise um den Faktor 5 bis 10 angestiegen. Und im ähnlichen Umfang sind dann auch die Gewinne der Speicherchip-Produzenten und deren Aktienkurse angestiegen. Allerdings fragt sich wie nachhaltig diese Entwicklung sein wird, da der Speicherchipmarkt bekanntlich sehr hohen Zyklen unterliegt. Mit der absehbaren Erhöhung der Speicherchipproduktion dürften sich die Preise wieder normalisieren.»