Online-Kredite wachsen wegen Immo-Finanzierung
Die neueste Ausgabe des Marketplace Lending Reports des IFZ der Hochschule Luzern und der Swiss Marketplace Lending Association (SMLA) analysiert die Fremdkapitalfinanzierung von Schweizer Unternehmen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Privatpersonen über Internetplattformen.
Demnach wurden 2025 über diverse Online-Plattformen Kredite im Umfang von 22,4 Milliarden Franken vermittelt. Somit setze sich das Marktwachstum mit einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 4,4 Prozent fort. In den letzten sechs Jahren hat sich der Markt verdoppelt, einzig im Jahr 2023 war das Volumen im Vorjahresvergleich gesunken.
Das Marktvolumen seit 2017

Quelle: Marketplace Lending Report
Hypothekarkredite: Stetiges und stabiles Wachstum
Im vergangenen verzeichnet der Online-Hypothekenvermittlungsmarkt mit rund 7,7 Milliarden Franken «ein stetiges, wenn auch moderates Wachstum». Dies spiegle die zunehmende Reife des Segments und seine etablierte Stellung im Schweizer Hypothekarmarkt wider. Basel III final stützt die Nachfrage nach risikoarmen, gut besicherten Hypothekarengagements. Online-Hypothekarvermittlungsplattformen profitieren zudem von der Marktbeteiligung institutioneller Investoren, die Zugang zu Hypothekaranlagen suchen, jedoch oft nicht über die Vertriebsmöglichkeiten traditioneller Banken verfügen.
Gestützt durch die anhaltende Nachfrage nach selbstgenutzten Wohnliegenschaften wird für 2026 ein moderates weiteres Wachstum erwartet. Aktuell liege der Marktanteil von Online-Hypothekenplattformen im Vergleich zum gesamten Hypothekarmarkt bei etwa 4 Prozent.
Höhere Kreditkosten für Entwickler
Innerhalb des Crowdlending-Segments erwarten die Autoren, dass die Immobilienentwicklungsfinanzierung auch 2026 der wichtigste Wachstumstreiber bleibt. Die Nachfrage nach alternativen Finanzierungslösungen dürfte zumindest teilweise durch regulatorische Entwicklungen gestützt werden. Nach der Umsetzung von Basel III sind Schweizer Banken verpflichtet, mehr Kapital gegen risikoreichere Kreditengagements zu halten, insbesondere bei Immobilienentwicklungsprojekten.
Dies erhöht die Kosten solcher Finanzierungen und könnte zu einem selektiveren Kreditvergabeverhalten der Banken im Immobilienentwicklungssektor beitragen. Crowdlending-Plattformen seien gut positioniert, um von dieser Finanzierungslücke zu profitieren, indem sie Entwicklern und Projektsponsoren alternative Finanzierungslösungen anbieten.
Darüber hinaus habe die Fusion von UBS und Credit Suisse zu einer Konsolidierung der Bankbeziehungen und in einigen Segmenten zu einer reduzierten Kreditvergabekapazität geführt. «Mittelfristig dürften Marketplace-Lending-Plattformen davon profitieren, dass Kreditnehmer zunehmend nach diversifizierten Finanzierungsquellen suchen», heisst es dazu.
Fokus auf Private Credit
Private Credit ziehe zunehmend die Aufmerksamkeit der Aufsichts- und Finanzstabilitätsbehörden auf sich. Das rasche Marktwachstum habe internationale Diskussionen über Transparenz, Bewertungsrisiken, Liquidität, Fremdkapitalhebel und mögliche «Spillover-Effekte» auf das traditionelle Finanzsystem ausgelöst.
Obwohl das Segment in der Schweiz nach wie vor deutlich kleiner ist als in den USA oder im Vereinigten Königreich und gemessen am gesamten Kreditmarkt einen vergleichsweise geringen Anteil ausmacht, wird seine Entwicklung auch hierzulande genauer beobachtet. Die wachsende Aufmerksamkeit, die dem Thema in Publikationen der Schweizerischen Nationalbank und internationaler Finanzstabilitätsgremien gewidmet wird, deute darauf hin, dass die Behörden den Markt heute deutlich genauer analysieren als noch vor einigen Jahren.
Die Volumina und Wachstumszahlen der verschiedenen Segmente von Marketplace Lending unterscheiden sich deutlich. Kredite und Anleihen für mittelgrosse Unternehmen, Grossunternehmen und öffentlich-rechtliche Körperschaften dominieren das Segment Marketplace Lending in der Schweiz mit rund zwei Drittel des gesamten Volumens aller über Online-Plattformen gesprochenen Fremdkapital-Finanzierungen.
Für das Jahr 2026 erwarten die Studienautoren, dass die Volumina auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen Jahren verbleiben, «mit begrenztem, aber positivem Wachstumspotenzial».
Was macht die ZKB mit Cosmofunding?
Die Übernahme von Cosmofunding durch die ZKB habe die Marktdynamik bislang nicht wesentlich verändert. Als Marktführerin könnte die strategische Positionierung und Weiterentwicklung von Cosmofunding unter der ZKB eine wichtige Rolle für die künftige Entwicklung des Segments spielen, heisst es dazu. Die ZKB hatte die Übernahme der Plattform von Vontobel im vergangenen Oktober angekündigt und Ende Januar 2026 offiziell vollzogen.















