Bieterwettkampf um Monte dei Paschi zeichnet sich ab
Intesa Sanpaolo will für mehr als 30 Milliarden Euro ihre heimische Konkurrentin Banca Monte dei Paschi di Siena übernehmen. Das gab die Turiner Grossbank am Montag bekannt. Zuvor hatte bereits die deutlich kleinere Banco BPM einen Vorschlag unterbreitet, mit der ältesten Bank der Welt zusammengehen zu wollen.
Banco BPM hat ihre potenzielle Offerte für Monte Paschi noch nicht beziffert. Angestrebt werde eine Fusion unter Gleichen und die fusionierte Bank werde auf einen gemeinsamen Börsenwert von mehr als 50 Milliarden Euro kommen, hiess es. Banco BPM bringt es auf eine Marktkapitalisierung von rund 20 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich für Monte dei Paschi eine Bewertung von rund 30 Milliarden.
Intesa Sanpaolo bringt es auf einen Börsenwert von knapp 100 Milliarden Euro. Hier werden für jede Monte-dei-Paschi-Aktie 1,6 Intesa-Aktien plus 1 Euro in bar geboten. Das sind zusammen rund 10 Euro pro Aktie und ein Aufschlag von 12,5 Prozent auf den Paschi-Schlusskurs vom Freitag. Insgesamt bewertet das Gebot das Geldhaus aus Siena mit rund 30,6 Milliarden Euro.
Teilweise Abspaltung und Verkauf an Unipol
Die Turiner wollen durch die Übernahme und die geplante teilweise Abspaltung und Veräusserung von Geschäftsstellen an den Versicherer Unipol Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro erreichen. Der Integrationsaufwand wird auf 2,1 Milliarden Euro geschätzt.
Die Fusionswelle unter den italienischen Instituten läuft bereits seit 2024. Monte dei Paschi selbst hatte im vergangenen Jahr die Konkurrentin Mediobanca übernommen. Banco BPM hat den Vermögensverwalter Anima gekauft.
Doch auch BPM stand schon einmal auf der Speisekarte. Der Versuch der Grossbank Unicredit das Institut zu übernehmen, scheiterte jedoch. Seitdem konzentriert sich die Mailänder Gruppe auf ihr Übernahmeziel Commerzbank in Deutschland.
Eine Übernahme von Monte dei Paschi wäre der grösste Deal in der seit 2024 anhaltenden Fusionswelle unter Italiens Geldhäusern. hatte ihre Konkurrentin Mediobanca übernommen, und Banco BPM kaufte den Vermögensverwalter Anima. Der Versuch der Grossbank Unicredit, Banco BPM zu kaufen, scheiterte hingegen. Unicredit-Chef Andrea Orcel konzentriert sich seitdem auf eine Übernahme der Frankfurter Commerzbank.















