GenTwo verdoppelt Assets — Leonteq in Sichtweite
Das Schweizer Fintech GenTwo hat sein betreutes Vermögen (Assets under Service) in weniger als zwei Jahren auf 6 Milliarden Dollar verdoppelt. Das starke Wachstum bringt die Firma schon fast in die Nähe des Branchen-Pioniers Leonteq.
Das Schweizer Fintech GenTwo hat laut einer Medienmitteilung vom Donnerstagmorgen die Marke von 6 Milliarden Dollar an Assets under Service (AuS) überschritten, einem Mass für ausstehende strukturierte Produkte. Diese Zahl bedeutet eine Verdoppelung der auf der Plattform verwalteten Vermögen in den letzten 22 Monaten.
Das Wachstum von GenTwo hat sich seit der Gründung deutlich beschleunigt. Die AuS stiegen von lediglich 300 Millionen Dollar Ende 2019 auf 1 Milliarde im März 2021, 2 Milliarden im April 2022 und 3 Milliarden im September 2023.
«Fundamentale Transformation»
In der Mitteilung erklärt Mitgründer und Chairman Patrick Loepfe, GenTwo habe den Assetization-Prozess «fundamental transformiert» und es Finanzprofis erleichtert, strukturierte Produkte zu emittieren.
CEO Philippe A. Naegeli bekräftigte die Mission des Unternehmens, «den Zugang zur Erstellung strukturierter Produkte zu demokratisieren und Asset Managern, Banken sowie Finanzintermediären Innovationen in beispiellosem Tempo und Umfang zu ermöglichen».
Leonteq im Visier
Die Plattform von GenTwo erlaubt es Asset Managern und Banken, nahezu jedes Asset kostengünstig und ausserbilanziell zu verbriefen. Kürzlich lancierte das Unternehmen den AMC Creator. Dieses Tool kann beliebige Assets oder Strategien innert Tagen in ein Actively Managed Certificate (AMC) umwandeln. Zu den anfänglichen Kooperationspartnern gehören Swissquote und Sygnum Bank (finews.ch berichtete).
Mit dem rasanten Wachstum erlangt GenTwo zunehmende Bedeutung unter den Schweizer Wertpapierhäusern. Branchenpionier Leonteq meldete per Ende 2024 ein Plattformvermögen von 13,4 Milliarden Franken (ebenfalls Ende 2024).
Venture Capital an Bord
Diese Zahlen geben zwar einen Hinweis auf das Volumen der betreuten Assets, sind jedoch nicht direkt vergleichbar und nicht zwingend umsatz- oder gewinnrelevant, da sich die Produktstrukturen — bei GenTwo hauptsächlich Actively Managed Certificates (AMCs) — sowie die Laufzeiten der strukturierten Produkte der Kunden stark unterscheiden.
Dennoch zeigt das Wachstum eine hohe Dynamik, die gewiss auch bei Venture-Capital-Investoren gut ankommt, etwa bei Point72 Ventures, die Ende 2023 eine Finanzierungsrunde von 15 Millionen Dollar für GenTwo anführte.