«Tag der finanziellen Freiheit»: Erst ab heute hat man sein Einkommen für sich

Erst ab heute kann die Schweizer Bevölkerung frei über ihr Einkommen verfügen. Bisher haben die Menschen in diesem Jahr nämlich ausschliesslich für Steuern, Sozialversicherungen und obligatorische Abgaben gearbeitet. Und der Trend sieht nicht gut aus: Gemäss den Berechnungen des Think Tank Avenir Suisse verschiebt sich der «Tag der finanziellen Freiheit» immer weiter nach hinten.

Neben den Steuern fliessen auch die Beiträge für AHV, IV, EO und Arbeitslosenversicherung in die erweiterte Fiskalquote von heute 38,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ein. Berücksichtigt werden ausserdem obligatorische Abgaben wie Pensionskassenbeiträge, Krankenkassenprämien, Unfallversicherungen und Serafe-Gebühren. Die drei Kategorien Steuern (von Bund, Kantonen und Gemeinden), Sozialversicherungsbeiträge und obligatorische Abgaben beanspruchen heute 20, 6,5 und 12 Prozent des BIP bzw. des Einkommens.

Avenir Suisse Freiheitstag Grafik klein

Grafik: Avenir Suisse

Wenn das Kalenderjahr als Massstab herangezogen wird: Erst nach dem  «Tag der finanziellen Freiheit» hat man sein Einkommen für sich. Dieser Tag verschiebe sich immer weiter nach hinten, registrieren Michele Salvi und Philippe Güttinger, die beiden Autoren von Avenir Suisse. Die Schweizer müssen somit immer länger auf den «Tag der finanziellen Freiheit warten.

Zugleich räumt der Think Tank ein, dass ein grosser Teil dieser Abgaben wichtige Funktionen erfülle, etwa staatliche Leistungen finanziere oder individuelles Vorsorgekapital aufbaue. Gleichwohl bleibt das Ergebnis dasselbe: Der finanzielle Spielraum der Bürgerinnen und Bürger wird immer stärker eingeschränkt.