Schweizer Grosskonzerne machen bei ESG ernst
Der SMI Expanded umfassst 50 Titel, dabei sind Lindt & Sprüngli, Roche und Schindler mit PS und Aktien doppelt vertreten. Für das Geschäftsjahr 2025 haben laut Mitteilung alle 47 untersuchten Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht oder ein umfassendes Nachhaltigkeitskapitel im Geschäftsbericht veröffentlicht.
31 der 47 Unternehmen integrieren ihre Nachhaltigkeitsinformationen in den Geschäftsbericht. Bei der ersten Untersuchung im Jahr 2021 waren es noch 24 der grossen Schweizer Gesellschaften gewesen. Nachhaltigkeit werde damit immer stärker als Bestandteil der finanziellen und strategischen Gesamtberichterstattung verstanden, heisst es dazu in der Studie.
Auch die externe Prüfung von Nachhaltigkeitsinformationen gewinnt weiter an Bedeutung. Demnach lassen 43 Unternehmen ihren ESG-Bericht ganz oder teilweise durch eine unabhängige Stelle prüfen. Das sind mehr als doppelt so viele, wie noch vor fünf Jahren. «Die steigende Zahl unterstreicht den wachsenden Anspruch an Transparenz, Verlässlichkeit und Datenqualität und dürfte auch im Zusammenhang mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen stehen», schreibt IRF.

Quelle: IRF ESG Monitor 2026
Regulatorisches Umfeld verändert sich
Nachdem die Nachhaltigkeitsberichterstattung in den vergangenen Jahren vor allem durch neue regulatorische Anforderungen geprägt war, rückten heute zunehmend Fragen der praktischen Umsetzung in den Vordergrund. Mit dem Omnibus-Paket reagiert die Europäische Union auf die Komplexität der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und schlägt Vereinfachungen sowie zeitliche Verschiebungen bei der Umsetzung einzelner Anforderungen vor.
Auch die Schweiz entwickelt ihre ESG-Regulierung weiter. Mit dem Entwurf des Bundesgesetzes über die nachhaltige Unternehmensführung (NUFG) sollen die Bestimmungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und zu den Sorgfaltspflichten künftig in einem eigenständigen Gesetz gebündelt und gleichzeitig an die aktuellen Entwicklungen des europäischen Rechts angepasst werden. Die Studienergebnisse zeigten jedoch, dass Nachhaltigkeit auch in einem veränderten regulatorischen Umfeld ein strategisch wichtiges Thema bleibt. «Die Herausforderungen liegen heute weniger im Aufbau zusätzlicher Berichtsstrukturen als vielmehr in der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien sowie der Bereitstellung belastbarer und überprüfbarer Informationen», so das Fazit.
Diverse Standards
Sämtliche untersuchten Schweizer Unternehmen wenden mindestens einen der sechs freiwilligen, internationalen ESG-Standards oder -Initiativen an, rund 70 Prozent berücksichtigen mindestens vier der untersuchten Rahmenwerke. Gleichzeitig setzt sich die bereits im Vorjahr beobachtete Konsolidierung fort: Während 2024 noch 20 Unternehmen alle sechs untersuchten Standards anwendeten, sind es 2026 noch neun.
Die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) bleiben mit 40 von 47 Unternehmen (85 Prozent) das mit Abstand am weitesten verbreitete Rahmenwerk. Nach dem Rückgang im Vorjahr stabilisiert sich die Anwendung der SASB-Standards bei 20 Unternehmen oder 40 Prozent. Der UN Global Compact (UNGC) bleibt mit 33 Unternehmen (64 Prozent) weiterhin breit verankert. Besonders deutlich ist die Entwicklung bei den Sustainable Development Goals (SDGs): Nachdem sich deren Verbreitung im Vorjahr deutlich reduziert hatte, integrieren 2026 wieder 38 Unternehmen (81 Prozent) die Nachhaltigkeitsziele in ihre Berichterstattung. Die Beteiligung am Carbon Disclosure Project (CDP) bleibt mit 32 Unternehmen (68 Prozent) auf einem stabil hohen Niveau.
Auch die Science Based Targets initiative (SBTi) gewinnt weiter an Bedeutung. 30 der 47 Unternehmen sind inzwischen in der SBTi-Datenbank registriert. Davon verfügen 27 bereits über wissenschaftlich validierte Emissionsreduktionsziele, während drei weitere Unternehmen derzeit entsprechende Ziele entwickeln. Damit setzte sich der langfristige Trend zu überprüfbaren und wissenschaftlich fundierten Klimazielen fort.

Quelle: IRF ESG Monitor 2026















