New Yorker Finanzexperten gründen KI-Hedgefonds in Zug

Das neue Aktien-Researchhaus Symbit Capital hat seinen Sitz in Zug eröffnet. Das Unternehmen nahm am 1. Juli offiziell den Betrieb auf und lancierte gleichzeitig seinen ersten KI-gestützten Hedgefonds, den Symbit Global Equity L/S Fund.

Das Boutique-Unternehmen verbindet fundamentale Aktienanalyse mit eigens entwickelten KI-Modellen, um eigene Investmenteinschätzungen zu erstellen. Nach Angaben des Unternehmens basiert die Technologie auf einem langfristigen fundamentalen Investmentprozess, der beim norwegischen Staatsfonds Milliardengewinne erzielt habe.

Symbit Capital will verschiedene Anlagestrategien anbieten, darunter Absolute-Return-Long/Short-, Long-only-, Portable-Alpha- sowie massgeschneiderte Mandate. Zielkunden sind Privatbanken, Vermögensverwalter, Family Offices, Staatsfonds, Pensionskassen sowie Fund-of-Funds.

Vier Partner

Gegründet wurde das Unternehmen von den norwegischen Bankern Trym Steinset Torvund und Marius Skrondal, die von New York in die Schweiz übersiedelten. Später stiessen der ehemalige CEO von GAM Investment Management, Tristan Brenner, sowie der Investmentexperte Alex Ring als Partner hinzu.

Torvund und Skrondal waren zuvor als Portfoliomanager im New Yorker Büro von Norges Bank Investment Management (NBIM) tätig. Torvund arbeitete dort von 2016 bis 2025 für den norwegischen Staatsfonds.

Die Gründer erklärten, sie hätten sich wegen der regulatorischen Stabilität, der steuerlichen Attraktivität und der starken Tradition im Asset- und Wealth-Management für Zug entschieden. Zudem verwiesen sie auf den Zugang zu Technologie- und Finanzkompetenz im Grossraum Zürich, den sie als «Silicon Valley of Europe» bezeichneten.

KI-gestützter Hedgefonds

Der Symbit Global Equity L/S Fund richtet sich ausschliesslich an professionelle Anleger. Die globale Long/Short-Aktienstrategie verfolgt einen weitgehend marktneutralen Ansatz mit einer Brutto-Exposure von rund 200 Prozent. Das Portfolio umfasst rund zehn bis 15 Kernpositionen auf der Long-Seite sowie ein deutlich grösseres Short-Portfolio.

Der Alternative Investment Fund (AIF) wurde neben der Schweiz auch für das Pre-Marketing in mehreren EU- und EWR-Staaten registriert. Nach dem Fondsstart soll zudem das britische Private-Placement-Regime genutzt werden.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit vier Mitarbeitende und plant, im kommenden Jahr ein bis zwei zusätzliche Investmentexperten einzustellen, um seine Research-Kapazitäten auszubauen.

Zum Start des Unternehmens schrieb Mitgründer Marius Skrondal auf LinkedIn: «Der Wettbewerbsvorteil im Investmentgeschäft wird zunehmend von der Fähigkeit abhängen, Informationen effizient zu verarbeiten. Deshalb haben Trym und ich im vergangenen Jahr ein KI-System entwickelt, das auf unserer Investmentphilosophie basiert. Durch die Bewertung von Unternehmen anhand unserer bewährten Modelle für Geschäftsmodell, Umsetzung und Marktstimmung können wir einen Monat fundamentaler Analyse auf einen einzigen Tag verdichten.»

Weiter schrieb Skrondal, die Geschäftskultur in der Schweiz sei «sehr persönlich». Zudem bedankte er sich für die Unterstützung von Teams von Morgan Stanley, Bank of America und Google beim Aufbau des Unternehmens.