Europäische Zentralbank erfüllt mit Zinsschritt Erwartungen

Die Leitsätze in der Eurozone steigen um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent. Der heutige Beschluss unterstreiche die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert, schreibt die Zentralbank in ihrer Mitteilung vom Donnerstag.

«Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben», heisst es weiter.

Für das laufende Jahr rechnen die Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer durchschnittlichen Gesamtinflation von 3,0 Prozent. 2027 soll der Wert auf 2,5 Prozent und 2028 auf 2,1 Prozent zurückgehen. Ohne Energie und Nahrungsmittel werden 2,5 Prozent für 2026, 2,6 Prozent für 2027 und 2,3 Prozent für 2028 erwartet. Damit wurden die Prognosen für das kommende und das übernächste Jahr im Vergleich zum Juni leicht angehoben.

Widerstandsfähigkeit stärker als erwartet

Auch die Prognose für das Wirtschaftswachstum 2027 und 2028 wurde nach oben gesetzt. Die Schätzung lautet 0,9 Prozent für 2026, 1,4 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028. «Darin spiegelt sich hauptsächlich wider, dass die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft des Euroraums stärker ist als erwartet», schreibt die EZB.

Der Ausblick sei nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet. Die Risiken für die Inflation seien aufwärtsgerichtet und die für das Wirtschaftswachstum abwärtsgerichtet.

Szenarien für den Energieschock

In Bezug auf den Energieschock würden die aktualisierten Szenarien ein breites Spektrum von Resultaten illustrieren. Das betreffe die mögliche Entwicklung von Wachstum und Inflation unter verschiedenen Annahmen zu Intensität und Dauer des Schocks sowie zu dessen indirekten Effekten und Zweitrundeneffekten.

Die drei Leitzinssätze der EZB werden um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Dementsprechend werden sich der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität mit Wirkung vom 16. September 2026 auf 2,50, 2,65 bzw. 2,90 Prozent belaufen.