Versicherungsverband mahnt tragfähige Lösungen an

Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) hat sein jährliches Branchentreffen am Freitag in St. Gallen durchgeführt. Unter dem Leitmotiv «Versicherbarkeit gestalten: für eine starke Wirtschaft und resiliente Gesellschaft» diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am «Tag der Versicherer» über die Voraussetzungen für eine langfristig funktionierende Risikoabsicherung.

«Versicherbarkeit entsteht nicht von selbst», sagte SVV-Präsident Stefan Mäder. «Sie muss erhalten, angepasst und manchmal neu erkämpft werden.»

Versicherbarkeit sei insbesondere auch von verlässlichen gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig, heisst es weiter. Dabei stehe stets die Frage im Zentrum, wie Eigenverantwortung, marktwirtschaftliche Lösungen und kollektive Absicherung sinnvoll zusammenspielen.

Die Stabilisierung der Versicherbarkeit gelinge nur als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, heisst es vom Verband. Wo private Versicherungslösungen funktionieren, sollen sie gestärkt werden. Wo Risiken komplexer werden, brauche es jedoch geeignete staatliche Rahmenbedingungen, damit Versicherungsmärkte überhaupt entstehen und langfristig funktionieren können.

Regulatorische Entwicklung

Urs Arbter, der CEO des SVV, blickt mit Sorge auf die regulatorische Entwicklung: «Die Tendenz zu einer immer filigraneren Regulierung erzeugt nicht nur Bürokratie, sondern beeinträchtigt auch die Versicherbarkeit», sagte er.

So habe der Felssturz von Blatten illustriert, wie wichtig funktionierende Versicherungslösungen im Ernstfall sind. «Wo Risiken versichert sind, können Betroffene rasch unterstützt und Wiederaufbau sowie wirtschaftliche Erholung geplant werden.» Man müsse einem ausgewogenen Verhältnis zwischen staatlichen Vorgaben und Eigenverantwortung wieder stärker Rechnung tragen.»

Der Gemeindepräsident von Blatten, Matthias Bellwald, wies darauf hin, welche Bedeutung verlässliche Versicherungslösungen für die betroffene Bevölkerung und die langfristige Entwicklung der Gemeinde haben. Mit der «Vision Blatten 2030» skizzierte er zudem den Weg des Wiederaufbaus und machte deutlich, dass Resilienz nicht nur finanzielle Mittel voraussetzt, sondern auch Zuversicht, Planungssicherheit und das Zusammenspiel verschiedener Akteure.

Neuwahlen in den Vorstand

Gleichentags wurden an der 96. Generalversammlung des SVV Mirjam Bamberger, CEO CSS, Patric Deflorin, CEO AXA Schweiz, und Peter Giger, Group Chief Risk Officer Zurich Insurance Group, neu in den Verbandsvorstand gewählt.

Für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren wiedergewählt wurden Stefan Mäder als Präsident sowie die Vorstandsmitglieder Thomas Boyer, CEO Groupe Mutuel, und Jean-Daniel Laffely, Generaldirektor Vaudoise.

Der SVV zählt den Angaben zufolge rund 70 Mitglieder. Darunter befinden sich global tätige Erst- und Rückversicherer sowie national ausgerichtete, spezialisierte Sach-, Lebens- und Krankenzusatzversicherer. Der Verband vertritt mehr als 95 Prozent der in der Schweiz erwirtschafteten Versicherungsprämien.