Fall Karimowa: Lombard Odier legt Berufung gegen 3 Millionen-Busse ein

Im langjährigen Verfahren um die ehemalige usbekische Präsidententochter Gulnara Karimova wurde ein ehemaliger Vermögensverwalter vom Lombard Odier der Geldwäscherei für schuldig befunden und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Das Bundesstrafgericht hat zudem die Genfer Privatbank Lombard Odier zu einer Busse von 3 Millionen Franken verurteilt. Die Bank habe keine ausreichenden organisatorischen Vorkehrungen zur Verhinderung von Geldwäscherei getroffen.

Berufung einlegen

Die Bank schreibt in einem Statement, sie sei mit dem Urteil nicht einverstanden. Man wolle Berufung einlegen. «Lombard Odier hält daran fest, dass sie damals über robuste interne Kontrollen und Verfahren zur Bekämpfung der Geldwäsche verfügte, welche den organisatorischen Anforderungen des Schweizer Strafrechts entsprachen», schreibt die Bank.

Weiter weist die Bank hin, dass die Bundesanwaltschaft zu keinem Zeitpunkt behauptet habe, Lombard Odier habe wissentlich oder vorsätzlich an Geldwäsche mitgewirkt. Zudem schreibt sie, dass der Fall ins Rollen gekommen sei, als man selbst 2012 proaktiv Verdachtsmeldungen an die Schweizer Behörden übermittelt habe. «Wir bekennen uns weiterhin uneingeschränkt zur Einhaltung der Gesetze und Vorschriften sowie dazu, unseren Kunden mit höchsten Standards an Professionalität, Integrität und langfristigem Engagement zur Seite zu stehen», schreibt Lombard Odier.

Verfahren gegen Karimowa eingestellt

Das Verfahren gegen die Usbekin Gulnara Karimowa, die als Hauptangeklagte im Verfahren galt, hat die Strafkammer eingestellt. Grund dafür ist die Verjährungsfrist. Karimowa verbüsst bis Dezember 2028 in ihrer Heimat eine Freiheitsstrafe.

Die usbekischen Behörden verweigern ihr die Ausreise, so dass kein erstinstanzliches Urteil vor Ablauf der Frist gefällt werden könne. Auch gegen Karimowas «rechte Hand» wurde das Verfahren eingestellt. Er lebt in Russland im Exil und es wurden internationale Haftbefehle gegen ihn erlassen.